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Dynamo zu Besuch im Zwinger

Die Fußballer schauen sich den Film über die Jahrhunderthochzeit 1719 an. Das bringt etwas Ablenkung, aber der Grund für den Besuch ist ein anderer.

Mannschaftsfoto im Zwinger.
Mannschaftsfoto im Zwinger. © Matthias Rietschel

Dresden. Die Vorlage ist perfekt. Auf den Tribünen gibt es kein Halten mehr, verkündet August der Starke. Das passt zu den Besuchern der Ausstellung „Zwinger Xperience“ zur Jahrhunderthochzeit von 1719 im Dresdner Zwinger. Denn die Spieler von Dynamo Dresden würden es auch gerne erleben, dass ihnen die Fans am Samstag beim nächsten Heimspiel gegen Arminina Bielefeld zujubeln. Am Mittwoch sehen die Profis auf der Leinwand in der Filmkuppel den aus Zeichnungen animierten Film über das Jupiter-Fest, das größte von insgesamt sieben Planeten-Festen zu dem feierlichen Anlass.

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Der Rohbau des Funktionsgebäudes ist fertig, ab nächster Woche wird Rasen gesät. Doch das Objekt bietet viel mehr - und es gibt eine überraschende Nachricht.

Vor 300 Jahren heiratete der Kurprinz Friedrich August die Tochter des österreichischen Kaisers, Maria Josepha. Auch der Sachsenkönig reitet mit seinem Regiment ein, nachzuerleben ist dank einer 270-Grad-Projektion zudem das Reiter-Ballett. Die Kulisse wirkt atemberaubend echt. Schon in der Werbung vorher gibt es Assoziationen zu Dynamos derzeitiger Situation. "Feste, Dramen, Katastrophen", heißt es. Dabei ist der kurze kulturgeschichtliche Ausflug auch als eine Art Ablenkung gedacht, wenngleich das so nicht abzusehen war, als der Verein den Besuch mit der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen ausgemacht hat.

Vielmehr ist es ein Dankeschön dafür, dass Dynamo immer noch im Großen Garten trainieren darf und die Aufmerksamkeit - nicht nur der Touristen - natürlich erwünscht. Seit Herbst 1969 durften die Schwarz-Gelben in dem denkmalgeschützten Park trainieren. "Das wäre heute nicht denkbar", sagt Christian Striefler. Doch er hat als Geschäftsführer des sächsischen Staatsbetriebes die Ausnahmegenehmigung mehrmals verlängert. "Die Zusammenarbeit mit Dynamo war in den letzten Jahren extrem seriös. Deshalb sind wir gerne bereit gewesen, es so lange zu verlängern bis das neue Trainingszentrum fertig ist."

Das entsteht gerade im Sportpark Ostra. Der Rasen ist angesät, der Kunstrasen verlegt, berichtet Michael Born, Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer. "Wir sind sehr dankbar, dass wir so lange in dem Denkmal trainieren durften - zu Kosten, die wirklich sehr überschaubar waren. Trotzdem sind alle froh, wenn wir das neue Trainingszentrum beziehen können." Der Umzug ist für die Sommerpause geplant, sodass die Vorbereitung auf die Saison 2020/21 bereits auf der neuen Anlage starten kann.

Für Minge eine zweischneidige Sache. "Schließlich habe ich elf Jahre lang dort meinen Schweiß versickern sehen", meint der 59-Jährige mit einem Schmunzeln. 1980 war er von der TSG Gröditz zu den Schwarz-Gelben gekommen, hatte als Stürmer allein in der DDR-Oberliga in 222 Spielen 103 Tore erzielt, im Europapokal neun. Zweimal wurde er mit der SGD Meister, dreimal Pokalsieger. "Nichtsdestotrotz: Der Zug fährt weiter, wir sind mit dem neuen Trainingszentrum zukunftsfähig."

Aber wie sieht die Zukunft aus? Wann gibt es auf den Tribünen im Rudolf-Harbig-Stadion mal wieder kein Halten mehr - vor Freude, versteht sich. "Wir müssen liefern, da brauchen wir uns nichts vorzumachen", sagt Minge - und er verspricht: "Eines können Sie mir und dem Fielo (Trainer Cristian Fiel/d. Red.) abnehmen, nämlich, dass wir alles in unseren Kräften stehende tun, analysieren. Wir erstarren nicht, sondern wir handeln und hoffen, gute Entscheidungen zu treffen und die richtige Stellschrauben zu drehen."

Vielleicht bewirkt der Ausflug in die sächsische Geschichte auch etwas. Mehr als 100.000 Menschen haben den gut zehn Minuten langen Film in der Kuppel im Zwinger bereits gesehen - Ralf Minge gehörte bisher nicht dazu. "Das ist sicher ein Manko, wenn man als Dresdner so eine Gelegenheit braucht, um sich das anzugucken", meint der Sportgeschäftsführer. "Das ist schon extrem imponierend. Die Jungs fanden es auch spannend. Mal zehn, elf Minuten abzutauchen in eine andere Welt, in der es sicher auch nicht einfach war, betrachten wir es als willkommene Abwechslung."