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Dynamos Kapitän erklärt den Gehaltsverzicht

Für Florian Ballas ist das eine Selbstverständlichkeit. Umso fassungsloser macht ihn das Ausmaß der Corona-Krise.

Dynamos Mannschaftskapitän Florian Ballas erklärt den Gehaltsverzicht der Zweitliga-Profis. Und er hofft, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann.
Dynamos Mannschaftskapitän Florian Ballas erklärt den Gehaltsverzicht der Zweitliga-Profis. Und er hofft, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. © Lutz Hentschel

Dresden. Homeoffice heißt es in diesen Tagen auch für Dynamos Kapitän Florian Ballas. Er ist zuhause bei seinen Eltern in Saarbrücken und vermeidet, das betont er, in Zeiten der Corona-Krise jeglichen sozialen Kontakt vor der Haustür. Ihm geht es gut, Familien und Freunden ebenfalls.

Die aktuelle Situation kann der 27-Jährige allerdings immer noch nicht so richtig fassen. Es liege komplett außerhalb seiner Vorstellungskraft. "Aus Hollywood oder einem Roman kennt man solche Geschichten, aber in dieser hochtechnisierten Welt hätte ich die Ausbreitung eines Virus über den gesamten Planeten innerhalb von wenigen Wochen und Monaten für unmöglich gehalten", sagt Ballas in einem Interview auf der Homepage seines Vereins.

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Darin erklärt der Abwehrchef auch, wie es zum Gehaltsverzicht der Zweitliga-Profis gekommen ist. Demnach verzichten die Mannschaft, der Trainerstab und die beiden Geschäftsführer Michael Born und Ralf Minge bis zum 30. Juni auf insgesamt rund 300.000 Euro. Davon sollen 50.000 Euro in Form einer Spende direkt sozialen Zwecken zugute kommen.

Ballas bezeichnet diese Geste angesichts der massiven Corona-Krise als Selbstverständlichkeit. "Wir wollten mit unserem Gehaltsverzicht zum Ausdruck bringen, dass gegenseitige Hilfe innerhalb eines Fußballvereins in so einer Ausnahmesituation für uns ganz einfach dazugehört. Die Botschaft ist meiner Meinung nach noch wichtiger als das Geld an sich", erklärt er. Die Bereitschaft in der Mannschaft habe er auch gar nicht erst erfragen müssen, vielmehr ging es um das Wie.

Niemand kann derzeit etwas mit Gewissheit sagen

Die Frage nach dem "Wie weiter" fällt da schon schwerer. Eine Antwort hat auch Ballas nicht. "Es gibt derzeit täglich neue Meldungen und Zwischenstände von Virologen und Gesundheitsexperten. Gegenwärtig kann niemand mit Gewissheit sagen, wann es weitergeht. Die oberste Priorität ist derzeit, dass wir diesem verdammten Virus gemeinsam als Gesellschaft Herr werden", sagt Ballas. 

Für jeden sei spürbar, wie viele Existenzen von der Corona-Krise betroffen sind. "Leute, die ein kleines Restaurant oder Café besitzen, werden sicher nicht mehr gut schlafen können. Diesen Menschen muss jetzt genauso geholfen werden, damit sie nicht ins Bodenlose fallen", meint er.

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Die Hoffnung, möglichst bald wieder auf dem Platz zu stehen und mit der Mannschaft trainieren zu können, aber sei nach wie vor intakt. Auch, dass die Saison noch zu Ende gespielt wird. "Bis dahin müssen wir improvisieren und uns so gut es geht im eigenen Haushalt fit halten." Dynamo liegt neun Spieltage vor Schluss in der zweiten Liga auf dem letzten Tabellenplatz. 

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