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Dynamo geht im Pokal auf Rekord-Jagd

Die Dresdner müssen im DFB-Pokal bei Hertha BSC antreten. Doch ein normales Auswärtsspiel wird das nicht. Das zeigt schon der Kartenvorverkauf.

Im Herbst 2005 waren gut 25.000 Dynamo-Fans in der Münchner Allianz-Arena.
Im Herbst 2005 waren gut 25.000 Dynamo-Fans in der Münchner Allianz-Arena. © Archivfoto: Lutz Hentschel

Dresden. Normalerweise mag es Cristian Fiel nicht, allzu weit vorauszublicken. Dynamos Trainer konzentriert sich aufs nächste Spiel, und das ist die Partie am Sonntag, 13.30 Uhr, zu Hause gegen Jahn Regensburg. Doch in dem Fall macht er eine Ausnahme. "Boah, ich habe gerade Gänsehaut", sagt er bei der Pressekonferenz, als er hört, was am Freitagmorgen passiert war und was auch er in gut fünf Wochen erleben wird.

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Entlang des Rudolf-Harbig-Stadions hatte sich eine lange Warteschlange gebildet. Der Grund: Es gab noch mal einen Nachschlag an Tickets für das DFB-Pokalspiel von Dynamo bei Hertha BSC am 30. Oktober, 20.45 Uhr. Doch das Kontingent von 8.000 zusätzlichen Karten war in weniger als einer Stunde vergriffen.

Damit werden mindestens 19.200 Fans der Schwarz-Gelben im Berliner Olympiastadion dabei sein, es dürften sogar mehr werden, weil sich einige Anhänger sicher im Heimbereich "einquartieren". Fiel hat als Spieler selbst die besondere Atmosphäre eines Pokalfinales erlebt, 2004 verlor er mit Alemannia Aachen knapp mit 2:3 gegen Werder Bremen. "Wir sind da reingelaufen und die eine Hälfte der Ränge war komplett Schwarz und Gelb, das war etwas Besonderes - und das wird jetzt wieder genauso sein."

Hertha BSC hatte das Kartenkontingent für Dynamo-Anhänger noch einmal erhöht und damit das übliche Gästekontingent im Olympiastadion von ca. 7.500 Karten mehr als verdoppelt. „Wir sind den Verantwortlichen von Hertha BSC sehr dankbar, dass sie uns unkompliziert aufgrund der großen Nachfrage unserer Anhänger ein viel höheres Kartenkontingent zur Verfügung gestellt haben, als dies sonst bei Auswärtsspielen üblich ist“, sagte Dynamos Geschäftsführer Michael Born - und er deutete an, dass es weitere Möglichkeiten geben könnte: „Wir stehen in Kontakt mit dem Gastgeber, um unsere Anhänger, die sich keine Karten sichern konnten, möglichst zeitnah über den weiteren Verlauf informieren zu können.“

Rekord in München aufgestellt

Auch bei den Spielern steigert das die Vorfreude. "Das ist einzigartig. Wenn du dann auf dem Platz stehst und diese gelbe Sonne siehst - das wird ein Gänsehautmoment", meint René Klingenburg. "Das ist schon eine Hausnummer. Das gibt es nicht überall. In Wolfsburg kommen zum Europapokal gerade mal 10.000 Leute. Das sagt einiges aus, spricht für den Verein, für die Menschen in Dresden. Darauf kann man als Spieler stolz sein."

Den bisherigen Rekord bei einem Auswärtsspiel haben die Dynamo-Fans am 9. September 2005 aufgestellt. Damals waren rund 25.000 beim 2:1-Sieg über 1860 München in der Allianz-Arena dabei. Den Dresdnern gelang es als erste Gast-Mannschaft überhaupt, in dem neuen Stadion zu gewinnen. 2011 waren es noch mal etwa 10.000 Anhänger, die den 4:2-Sieg bei den "Löwen" erlebten.

Es gab allerdings auch weniger positive Erlebnisse mit großer Dynamo-Kulisse wie im DFB-Pokal in Dortmund (2011) und Hannover(2012). Beide Male war es zu Ausschreitungen gekommen, die durch organisatorische Mängel unter anderem beim Einlass zumindest begünstigt worden sind. 

Dynamo wurde 2011 zunächst für ein Jahr aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen, in der Berufung entschied das Bundesgericht alternativ auf ein "Geisterspiel" sowie 100.000 Euro Strafe. Doch ein Jahr später klagte der Verein vergeblich und ließ sich schließlich auf einen Kompromiss ein: Ausschluss vom Wettbewerb für die Saison 2012/13, Einstellung von 13 weitere Verfahren gegen die Zahlung von 30.000 Euro.

Der Verein hofft allerdings diesmal auf einen ausschließlich stimmgewaltigen Abend. "Die gesamte Kurve rund um das Marathon-Tor wird mit Dynamo-Fans besetzt sein, eigentlich unglaublich", sagt Sprecher Henry Buschmann. "Das wird ein toller Tag."