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Dynamo holt Guardiola

Die Bayern kommen und die Lizenz ist da. Nach dem Abstieg herrscht in Fußball-Dresden nun wieder Zuversicht.

© Robert Michael/Montage: SZ

Von Tino Meyer

Wieso sich über RB Leipzig und dessen prominenten Testspielgegner Paris St. Germain ärgern, wenn man sogar den FC Bayern bekommen kann? Was ist schon ein Zlatan Ibrahimovic gegen die Weltklasse-Mannschaft von Trainer Pep Guardiola? Wenn Top-Kontakte nach München bestehen, darf man die schließlich auch nutzen. Haben sich Fans von Dynamo Dresden bereits im März gedacht, Sportdirektor Ralf Minge darauf angesprochen, der wiederum mit dem ehemaligen Dresdner und Ex-Bayern Jens Jeremies telefoniert hat.

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Das Ergebnis dessen Gesprächs mit den Münchner Bossen: Die Bayern kommen im Sommer 2015 zu einem Freundschaftsspiel gegen Dynamo nach Dresden. Die sportlich wertvollste Nachricht des gestrigen Tages gerät da fast zur Nebensache. Die Schwarz-Gelben haben – wie nicht anders zu erwarten – die Lizenz für die 3. Liga erhalten. Die dafür erforderliche Bürgschaft in Höhe von 480 000 Euro konnte der Verein problemlos aufbringen, nachdem die Stadt Dresden den vom Stadtrat beschlossenen 1,3-Millionen-Euro Zuschuss zur Stadionmiete freigegeben hatte.

Bei den Münchner Bayern entsprechen solche Zahlen nicht mal Jahresgehältern. Trotzdem ist es durchaus bemerkenswert, dass der Rekordmeister ohne das übliche Antrittsgeld von rund 200 000 Euro in Dresden aufläuft. „Der guten Ordnung halber möchte ich Ihnen mitteilen, dass der FC Bayern München bei diesem Spiel natürlich auf sein Honorar verzichten wird“, kleidet der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge die nette Geste in wohlklingende Worte, die bei Dynamo fast schon demütig aufgenommen wurden.

In der Pressemitteilung ist die Rede von einem Verein mit Herz, der seine Bodenständigkeit nie verloren hat. Sagt Dynamos Geschäftsführer Robert Schäfer, der zuletzt für den Münchner Stadtrivalen TSV 1860 gearbeitet hat. Und er bedankt sich ausdrücklich für das Entgegenkommen der Bayern. Der Spieltermin ist zwar noch offen, das Vertragliche aber geregelt und von beiden Seiten unterschrieben. Sämtliche Einnahmen der Partie verbleiben in Dresden, zumindest zunächst.

Millionen für das Kölmel-Darlehen

Denn bei Dynamo, und dies erklärt das gestrige Understatement, begreift man dieses Freundschaftsspiel zuallererst als Chance, die eigenen Probleme zu lösen: Stadionverträge, Trainingsgelände, Kölmel-Darlehen. Demnach sind die Bayern sowohl Auftakt als auch wichtiger Teil in der von einer Faninitiative und den Vereinsverantwortlichen entwickelten Gesamtstrategie. „Nicht das Spiel an sich ist das Entscheidende, sondern unser Anliegen. Wir möchten damit ein klares Zeichen setzen“, sagt Aufsichtsratschef Thomas Blümel und spricht von der Kraft der Vielen. Damit wolle sich der Verein „aus dem Schlamassel ziehen, den wir selbst mit verursacht haben“.

Die Einnahmen des Bayern-Spiels, das mit großem Rahmenprogramm weit über ein übliches Fußballspiel hinausgehen soll, sind daher zweckgebunden und sollen unter anderem zur Ablösung des Darlehens von Medienunternehmer Michael Kölmel verwendet werden. Stand jetzt ist der Kredit in Höhe von 5,845 Millionen Euro plus 1,2 Millionen für den Rückkauf der Fernsehrechte am 1. Juli 2015 fällig.

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Nun kann der Blick bei Dynamo endgültig nach vorn gerichtet werden. Der Verein erhält die Lizenz für die 3. Liga. Unterdessen werden auch im Kader zwei Positionen in der Abwehr mit neuen Namen besetzt.

Blümel will die Dynamo-Initiative allerdings auch als Signal an Stadt, Verband und Stadionprojektgesellschaft verstanden wissen. Die Partner, sagt er, müssten sich auch bewegen. Wenn nicht, bleibt von der Freude über den Pakt mit den Bayern nicht viel.