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Dynamos Trainer: "Und keinen juckt es"

Markus Kauczinski legt in seiner Kritik am Ligaverband DFL nach. Doch er ist auch überzeugt: "Man kann Dynamo nicht zerstören."

Markus Kauczinski will sich mit den Begleitumständen des Abstiegs nicht abfinden. "Das hat mit fairem Wettbewerb nichts zu tun", sagt Dynamos Trainer.
Markus Kauczinski will sich mit den Begleitumständen des Abstiegs nicht abfinden. "Das hat mit fairem Wettbewerb nichts zu tun", sagt Dynamos Trainer. © dpa

Dresden. Mit dem Abstieg hat sich Dynamo Dresdens Trainer inzwischen einigermaßen angefreundet, die besonderen Begleitumstände treiben Markus Kauczinski jedoch weiter um. Vor allem an seiner Kritik am Ligaverband DFL, der Dynamo nach der Corona-Zwangspause einen Spielplan mit Partien acht Partien im Drei-Tage-Rhythmus verordnet hat, hält der 50-Jährige unvermindert fest. 

"Alle verhalten sich solidarisch - auch wir. Aber wir sind dann diejenigen, die den Preis zahlen. Und keinen juckt es. Da kommt man sich doof vor. Was hier passiert ist, war nicht richtig. Das hat mit fairem Wettbewerb nichts zu tun", sagte Kauczinski jetzt in einem Interview mit der Zeitung Welt. Wegen zweier Corona-Fällen war Dynamo verspätet in die Rest-Saison eingestiegen und wird am Sonntag nach dem Abschluss gegen Osnabrück insgesamt neun Spiele in 29 Tagen absolviert haben.

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Ein Abstieg mit erhobenem Haupt, findet der Trainer

In dieser ungleichen Belastung sieht Kauczinski einen Hauptgrund für den Abstieg. "Das Problem sind nicht die englischen Wochen, wenn sie denn alle haben. Dann sind alle Teams gleichermaßen müde. Aber wir hatten ein Programm, das andere nicht hatten", sagte der Trainer, der dem Verein deshalb empfohlen, juristisch dagegen vorzugehen. "Als wir in Quarantäne waren, konnten wir nur Krafttraining machen und hatten danach nur eine Woche zur Vorbereitung. Davon brauchten wir zwei, drei Tage Sprinttraining. Fußball-taktisch war gar nichts möglich."

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Eine Verlängerung der Spielzeit in den Juli hatte die Mehrheit der Klubs abgelehnt. "Wir steigen erhobenen Hauptes ab, in dem Wissen, dass wir den Preis der Umstände bezahlt haben. Ein neuerlicher Beweis dafür, dass jeder nur an sich denkt. Kein anderer tut etwas für dich", sagte Kauczinski. Er wird nun den Neuaufbau in der 3. Liga angehen: "Dynamo hat in seiner Geschichte immer gekämpft. Man kann Dynamo nicht zerstören. Wir werden wiederkommen. Wir brauchen jetzt aber Geduld und gute Entscheidungen." (dpa)

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