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Dynamo-Legenden geben Auszeichnung zurück

Weil der Verein zu Ede Geyer steht, erreicht die Eskalation um die Ehrenspielführer-Würde bei Dynamo Dresden ihren Höhepunkt:

© Privatarchiv Meinhard Hemp

Von Sven Geisler

Dresden. Mit einer Stellungnahme hat das Präsidium der SG Dynamo Dresden die Diskussion um Eduard Geyer am Freitag beendet. Demnach bleibt er Ehrenspielführer. Es gebe „keine Veranlassung, … Maßnahmen – gleich, welcher Art – zu ergreifen“, heißt es in der von Präsident Andreas Ritter sowie den Vizepräsidenten Diana Schantin und Michael Winkler unterzeichneten Erklärung. Die Mitglieder des Gremiums, die über die Vergabe des Titels entscheiden, äußern Unverständnis sowohl für die Begründung des Antrages als auch den Zeitpunkt.

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Die früheren Dynamo-Spieler Klaus Sammer, Hans-Jürgen Kreische und Dieter Riedel erklärten daraufhin, dass sie die Entscheidung des Präsidiums akzeptieren, aber: „Da wir anderer Meinung sind, bitten wir, umgehend unsere Auszeichnung zum Ehrenspielführer zurückgeben zu dürfen“, heißt es in ihrem Statement. Sie werfen ihrem einstigen Mitspieler vor, als IM „Jahn“ der Stasi persönlicher berichtet zu haben, als es ihnen bisher bekannt gewesen ist. Dabei geht es vor allem um die Aussage, die Trainer Sammer und Riedel hätten „Schwächen in politischer Hinsicht“. Deshalb hatten sie gefordert, Geyer als Ehrenspielführer abzusetzen und sein Bild von der Tribüne im Stadion zu entfernen.

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Bei der Ernennung von Geyer seien ausschließlich sportliche Kriterien herangezogen worden, argumentiert das Präsidium. Allerdings zweifeln die Antragsteller auch in diesem Punkt die Berechtigung des Titels für Geyer an. Die Traditionspflege werde „durch die nun befeuerte Debatte leider unbegründet beschädigt“, sagt Präsident Ritter.