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Dynamo muss den K-Block sperren

Nach dem Bullenkopf-Skandal spricht das DFB-Sportgericht ein hartes Urteil. Der Verein prüft eine Berufung.

© Robert Michael

Das Urteil steht nach knapp vier Stunden, und es trifft den Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden hart: Die rund 9 000 Stehplätze im K-Block des Stadions sollen beim Heimspiel gegen Greuther Fürth am 20. November gesperrt bleiben, zudem muss der Verein 60 000 Euro Strafe zahlen. Das sind am Ende sogar 5 000 Euro mehr als vor der mündlichen Verhandlung vom Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gefordert.

Damit wird neben den Vorfällen beim Pokalspiel gegen RB Leipzig zugleich – und diesem üblichen Prozedere stimmte Dynamo vorher zu – auch das unsportliche Verhalten von Teilen der Fans bei weiteren fünf Partien geahndet. Der abgetrennte Bullenkopf, der aus dem K-Block in den Innenraum geworfen wurde, war nur ein Punkt der Anklage. Von den Plakaten, mit denen Dynamo-Fans gegen den aus ihrer Sicht marketinggesteuerten Bundesligisten RB Leipzig protestierten, seien zudem viele diskriminierend gewesen bis hin zum Aufruf zur Gewalt. „Das ist nicht zu tolerieren“, stellte der Vorsitzende Richter des DFB-Sportgerichtes, Hans E. Lorenz, fest.

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Dynamo hatte in der Verhandlung am Montagnachmittag in Frankfurt/Main für eine auf 40 000 Euro reduzierte Geldstrafe plädiert und vor allem eine Verlängerung der Bewährungsfrist für den Zuschauer-Teilausschluss beantragt, der nach Verfehlungen in der Vorsaison bereits im Juli verhängt worden war und bis 30. April 2017 gilt. Das lehnte Lorenz ab. Das Gericht verkenne nicht, dass das Risikospiel gegen RB Leipzig dank der Bemühungen des Vereins gewaltfrei abgelaufen ist, erklärte er. Allerdings zeigten die Fälle danach, dass Dynamo derzeit wegen des Verhaltens einiger seiner Anhänger „keine positive Zukunftsprognose gestellt werden kann“.

Nur einen Tag, nachdem der Verein Widerspruch gegen das angedrohte Strafmaß eingereicht hatte, wurden beim Auswärtsspiel in Heidenheim am 22. Oktober im Dynamo-Fanblock mehrere Nebeltöpfe gezündet. Zudem gab es weitere Vorfälle.

Dynamo kann binnen einer Woche Berufung beim DFB-Bundesgericht einlegen. Man werde das weitere Vorgehen in den Gremien und mit Fanvertretern diskutieren, kündigte Geschäftsführer Michael Born an. Ohne den Gesprächen vorzugreifen, halte er eine Berufung „gegenwärtig für wahrscheinlich“.

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