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Dynamo verliert klar in Osnabrück

Auch nach dem Trainerwechsel geht die Krise weiter. Beim 0:3 in Osnabrück zeigen sich die Dresdner erneut nicht tauglich für die zweite Liga.

Frustrierte Dresdner: Florian Ballas (l.), René Klingenburg und Jannis Nikolaou.
Frustrierte Dresdner: Florian Ballas (l.), René Klingenburg und Jannis Nikolaou. © dpa/Friso Gentsch

Abpfiff: Nichts zu holen für Dynamo in Osnabrück. Bei den Dresdnern ist auch nach dem Trainerwechsel kein Effekt zu erkennen, sie verlieren letztlich verdient mit 0:3. Hier die erste ausführliche Analyse.

78. Minute: Ajdini macht mit dem 3:0 den Deckel drauf. Wieder ist Dynamo in der Abwehr ungeordnet, Broll hält noch zweimal, aber seine Vorderleute sind gedanklich nicht auf der Höhe. Laut Videobeweis auch kein Abseits.

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70. Minute: Dynamo kämpft, bleibt aber harmlos. Es gab noch nicht eine gute Chance für die Dresdner im bisherigen Spiel. Klingenburg zieht wenigstens mal aus 18 Metern ab - knapp vorbei.

54. Minute: Ist das schon die Vorentscheidung? Schmidt erhöht auf 2:0 für die Gastgeber. Stor verliert an der Mittellinie den Ball, Nikolaou, Ehlers und schließlich Ballas eskortieren den Torschützen, keiner greift ein. Das geht einfach zu einfach.

Es geht weiter: Kauczinski wechselt zum ersten Mal. Für den glücklosen Jeremejeff soll jetzt Stor im Sturm für mehr Wind sorgen. 

Pause: Der Rückstand ist für Dynamo ärgerlich, die Führung für den VfL aber nicht unverdient. Vor dem Treffer war Ouahim im Strafraum zu Abschluss gekommen - knapp vorbei. Die Schwarz-Gelben sind nach vorn einfach zu harmlos.

41. Minute: Da ist es passiert. Nach einem kurz abgewehrten Eckball bringt Henning die Kugel auf den zweiten Pfosten, dort kommt Heyer zum Kopfball, also ausgerechnet der Osnabrücker, der an Gelb-Rot vorbeigeschrammt war.

30. Minute: Es steht weiter 0:0, Chancen gibt es bisher keine. Aber Osnabrück ist nur mit Glück noch zu elft. Heyer hatte nach Foul an Ebert die Gelbe Karte gesehen und danach Koné umgesenzt. Schiedsrichter Rhode belässt es bei einer Ermahnung.

15. Minute: Bisher nichts passiert - auch ein Ausrutscher von Florian Ballas bleibt folgenlos, weil Broll den Schuss von Henning sicher hält.

Anpfiff.

Bei der jüngeren Dynamo-Geschichte hat Markus Kauczinski noch ein wenig Nachholbedarf. Dass die Beziehung zwischen dem VfL Osnabrück und den Schwarz-Gelben eine besondere ist, wusste der Trainer bis zum Freitag noch nicht. Zweimal standen sich die beiden Vereine in der Relegation gegenüber, 2011 ging es für die Dresdner um den Aufstieg in die 2. Bundesliga, zwei Jahre später sollte über diesen Umweg der Klassenerhalt doch noch geschafft werden. Beides gelang. 

Die Erinnerungen an den VfL, der heute Mittag (Anstoß 13.30 Uhr) die Dresdner empfängt, sind also bestens. Und die ersten Entscheidungen hat der neue Cheftrainer vor seinem Einstand auch bereits getroffen.

Nutzen könnte man die erfolgreiche Historie auch als Stimmungsaufheller und zur Motivation. Doch ob er die Bilder, Videos und Erinnerungen in den Besprechungen wirklich einsetzen will, darüber war sich Kauczinski am Freitag noch nicht ganz schlüssig.  "Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ein Effekt hat, weil niemand aus der Mannschaft von damals noch dabei ist", sagt er. "Aber interessant ist es schon. Vielleicht nutze ich es zumindest in einem Nebensatz." 

Das Hier und Jetzt ist natürlich wichtiger, für das Schlusslicht aus Dresden kommt jedoch alles, was Optimismus verbreitet, gerade recht. Der Aufsteiger aus Osnabrück strotzt nach sieben Spielen ohne Niederlage vor Selbstvertrauen. "Es ist eine sehr laufintensive Mannschaft, die den Stress hochhält", findet Kauczinski. Hinzu komme die Stimmung an der Bremer Brücke, die der 49-Jährige aus eigener Erfahrung unter "Hexenkessel" einstuft.

Bei seinem ersten Einsatz auf der Dynamo-Bank verändert er die Startelf gegenüber dem 1:1 vor einer Woche gegen Sandhausen, als noch Heiko Scholz Interimstrainer war, auf zwei Positionen: Patrick Ebert ersetzt den frisch verheirateten Jannik Müller und Sascha Horvath den an einem grippalen Infekt leidenden Baris Atik.  Taktisch wird er wohl an der Vierer-Abwehrkette festhalten und auch am 4-2-3-1.  

Diese Startelf schickt Kauczinski auf den Platz: Broll - Kreuzer, Ballas, Ehlers, C. Löwe - Ebert, Nikolaou - Koné, Klingenburg , Horvath - Jeremejeff

Zu einem Wiedersehen kommt es mit Marcos Alvarez. Der Angreifer kickte 2017 ein halbes Jahr für Dynamo, konnte sich aber nicht durchsetzen und kehrte nach Osnabrück zurück. In dieser Saison ist er für die Niedersachsen ein Torgarant, erzielte bereits acht Treffer - und damit mehr als  Dynamos bester Schütze Moussa Koné. Gegen seinen Ex-Verein sitzt Alvarez aber zunächst nur auf der Bank. In dieser Woche hatte der 28-Jährige "aus privaten Gründen nur unregelmäßig trainiert", wie VfL-Trainer Daniel Thioune vor der Partie erklärt hatte. 

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Auch Kauczinski kennt Alvarez bestens. Das erste Mal traf er ihn, als der Stürmer noch in der Jugend von Eintracht Frankfurt kickte.  "Er hat ein gutes Tempo, ist abgezockt", findet Dynamos Trainer, doch das reicht auch als Lob. "Auf der anderen Seite kenne ich keinen Zweitligisten, der keinen guten Angreifer hat." 

Die wichtigsten Szenen des Spiels verfolgen Sie live hier. 

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