Merken

Dynamo sei Dank

Das Ehepaar Socke aus Rietschen hat jetzt seine diamantene Hochzeit gefeiert. Beim Kennenlernen half auch ein kaputtes Fahrrad.

Teilen
Folgen
© Bernhard Donke

Rietschen. Der entscheidende Funke ist 1955 beim Einstellen eines Fahrraddynamos übergesprungen. Jetzt haben Monika und Werner Socke diamantene Hochzeit gefeiert. Im Februar vor 62 Jahren weilte Werner Socke als Mitglied des Rietschener Männerchores bei einem Probeabend. Dort sollte der Chor mit der neugegründeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft von Nieder-Prauske eine Patenschaft eingehen.

Dieses Hochzeitsfoto entstand vor dem elterlichen Haus.
Dieses Hochzeitsfoto entstand vor dem elterlichen Haus. © Bernhard Donke

Dazu war auch deren Vorsitzender und Vater von Monika in der Gaststätte „Bergklause“ in Rietschen dabei. Monika wollte ihn begleiten und fuhr mit dem Fahrrad. Dabei versagte aber ihr Fahrraddynamo, aber der gelernte Eisenbahner Werner half ihr aus der Klemme und die beiden verliebten sich. Zwei Jahre später, am 2. Februar 1957 zu „Lichtmess“, läuteten die Hochzeitsglocken der Evangelischen Kirche zu Rietschen. Vor Pfarrer Schäfer und der versammelten Gemeinde gab man sich das „Ja-Wort“ fürs Leben.

Nach der Eheschließung bezogen die Sockes bei den Großeltern von Werner auf dem Inselweg in Rietschen eine kleine Wohnung. Schon kurz darauf kam mit Jürgen der erste Nachwuchs, dem Dietmar und Silvia später folgten. 1970 erblickte Nesthäkchen Birgit das Licht der Welt. Nun wurde die Wohnung zu klein und der Ausbau des 200 Jahre alten Fachwerkhauses begann. Das kostete nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit und Nerven.

Der Hausum- und ausbau schweißte die Familie noch mehr zusammen. Monika war da noch Hausfrau, Werner in der Reichsbahndirektion Cottbus tätig. Seine Frau sollte später als Floristin in einem Rietschener Gartenbaubetrieb arbeiten.

Das Ehepaar bewohnt heute noch das Fachwerkhaus. Ihre Kinder zerstreuten sich durch die Arbeitssuche nach der Wende aber deutschlandweit. „Dennoch, und das macht uns glücklich, kommen sie zu allen unseren familiären Feierlichkeiten wieder sehr gern hierher nach Hause“, sagt Werner.

Und seine Frau ergänzt: „Wir haben nie vergessen uns gegenseitig zu lieben und zu achten. Sicher gab es auch Momente der Unstimmigkeiten, die wir aber immer gemeinsam lösten und das auch heute noch.“ In der Familie wurde immer gern und viel gefeiert. Und das gilt natürlich auch für die diamantene Hochzeit des Ehepaares, das neben den vier Kindern noch 15 Enkel und zwei Urenkel hat. (bd)