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Dynamo muss wieder eine Strafe zahlen

Der Fußballbund bittet den Verein zur Kasse, weil Fans erneut Bierbecher und Feuerzeuge geworfen und Pyrotechnik gezündet haben. Die Summe überrascht.

Weil Dynamo-Fans Pyrotechnik zündeten, muss der Verein mal wieder eine Strafe zahlen.
Weil Dynamo-Fans Pyrotechnik zündeten, muss der Verein mal wieder eine Strafe zahlen. © dpa/Peter Steffen

Es ist keine schöne Nachricht kurz vor dem Fest, eine Überraschung allerdings auch nicht: Dynamo Dresden wird für das Fehlverhalten seiner Fans zur Kasse gebeten. Mal wieder. 

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte den Zweitliga-Tabellenletzten, der am Abend das letzte Spiel des Jahres in Nürnberg bestreitet,  in vier Fällen wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger zu einer Geldstrafe von insgesamt 8.200 Euro. Zur Strafe führten Vorfälle bei vier Spielen der Hinrunde. 

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Gegen Jahn Regensburg (2:1) hatten Dynamo-Anhänger am 22. September drei Feuerzeuge und zwei gefüllte Bierbecher aufs Spielfeld geworfen, beim Spiel gegen Hannover 96 (0:2) am 5. Oktober zwei Bierbecher.  Beim Derby in Aue (1:4) flogen am 29. September mindestens fünf gefüllte Bierbecher in Richtung des Blocks der Aue-Fans, außerdem wurde und ein Rauchtopf gezündet. Bei der Partie gegen Arminia Bielefeld (0:1) am 26. Oktober warfen Fans einen Becher und ein Feuerzeug aufs Spielfeld. Auch ein Böller wurde gezündet. 

Das Kuriose: Bei der Mitgliederversammlung von Dynamo vor gut einem Monat hatte Geschäftsführer Michael Born exakt die Strafsummen prognostiziert, die der DFB nun verhängte. Für das Spiel gegen Regensburg sind das 2.500, gegen Hannover 1.000, gegen Aue 3.100 und gegen Bielefeld 1.600 Euro. Macht zusammen 8.200 Euro. Der Verein hat den Urteilen bereits zugestimmt, sie sind damit rechtskräftig. Doch warum konnte Dynamo die Höhe der Strafe exakt vorhersagen?

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Für die einzelnen Vergehen gibt es eine Art Strafenkatalog, konkret ist es die "Ziffer 9 der Richtlinie für die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses in sportgerichtlichen Verfahren gegen Vereine und Kapitalgesellschaften". Und dieser sieht für das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in der 2. Bundesliga je Gegenstand grundsätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro und für das Werfen von Gegenständen je Gegenstand von 500 Euro vor. 

Mit diesen vier Urteilen wurden aber noch nicht alle Vergehen der schwarz-gelben Anhänger in diesem Jahr geahndet. Offen sind das Pokalspiel bei Hertha BSC, bei dem massiv Pyrotechnik abgezündet wurde, sowie die Heimpartie gegen den SV Wehen Wiesbaden, bei der auf dem Spielfeld ein Böller explodiert war. Für das Fehlverhalten beim Pokalspiel rechnet Dynamo mit einer Strafe von 92.000 Euro, beim Duell gegen Wiesbaden mit 27.000 Euro.  

Allerdings wurde der Böllerwerfer inzwischen - auch unter Mitwirkung von Dynamo - identifiziert. Somit könnte die Strafe da deutlich milder ausfallen. Damit rechnet Born, „weil dies im Strafzumessungsleitfaden der DFB-Sportgerichtsbarkeit auch so hinterlegt ist“. Der 1. FC Köln musste nach einem Böllerwurf kürzlich 5.000 Euro zahlen. Hätte der Verein den Täter nicht ermittelt, wären mindestens 40.000 Euro fällig gewesen.

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