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Dynamo vor schwierigem Neustart

Dem Verein bricht die Hälfte der Sponsorengelder weg, zudem droht eine harte Strafe – aber die Stadt will helfen.

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© Robert Michael

Von Sven Geisler

Dresden. Es ist die Ruhe nach dem Sturm. Dynamo Dresden bereitet nach dem Abstieg grundsätzliche Entscheidungen vor. In der 3. Fußball-Liga muss sich der Verein finanziell einschränken. Das hat personelle Konsequenzen. Geschäftsführer Robert Schäfer sprach gestern mit den 30 Mitarbeitern der Geschäftsstelle, von denen etwa die Hälfte ihren Job verliert – wie wohl auch Olaf Janßen. In der Trainerfrage will sich Dynamo aber erst nach einer Aufsichtsratssitzung morgen Abend äußern.

Impressionen vom Spiel gegen die Arminia

Janßen ließ seine Zukunft im Gespräch mit der SZ weiter offen. Er habe es selten erlebt, dass ein Verein und seine Fans so hinter dem Trainer stehen. „Es tut mir als Mensch extrem weh, dass ich dafür die Verantwortung trage, dass ihre Hoffnungen enttäuscht wurden.“

Der Abstieg sei auch für die Stadt ein trauriger Tag, erklärte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU)¨– und richtete den Blick nach vorn: „Der Verein ist jetzt gefordert, so zu arbeiten, dass der Wiederaufstieg kein Traum bleibt. Die Stadt Dresden und ich persönlich werden Dynamo dabei unterstützen“, hieß es in einer Pressemitteilung.

In der 3. Liga steigen die Beiträge der Stadt zur Finanzierung des Stadions insgesamt um rund 2,3 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird die Liquiditätsreserve angezapft, danach muss der Stadtrat für den Haushalt 2015/16 neu entscheiden.

Für Dynamo wird der Neustart schwierig. So sinken allein die geplanten Sponsorengelder von etwa sieben Millionen Euro auf gut drei Millionen. Der Vermarkter Sportfive muss zudem einen Hauptsponsor und einen neuen Namensgeber fürs Stadion finden. Beide Verträge waren unabhängig von der sportlichen Lage ausgelaufen. Durch die Ost-Duelle sei die 3. Liga aber durchaus interessant, sagte Maik Hägner, Direktor Marketing bei Sportfive.

Allerdings droht Dynamo auch eine erhebliche Strafe bis hin zum Teilausschluss von Zuschauern bei einem Heimspiel. Bei der Partie gegen Arminia Bielefeld waren Feuerwerkskörper gezündet worden. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) bekräftigte seine Forderung nach personalisierten Tickets. Das sei eine gute Möglichkeit, Ausschreitungen zu verhindern.

Orosz äußerte sich entsetzt über ein gegen die Spieler gerichtetes Banner mit der Aufforderung, binnen einer Stunde die Stadt zu verlassen. „Da kann man nicht mehr von einigen Chaoten sprechen“, sagte die Oberbürgermeisterin, „sondern dies scheint von vielen zumindest gedeckt und toleriert zu werden.“ Sie forderte kompromissloses Handeln „von den Strafverfolgungsbehörden, dem Verein, aber auch den vernünftigen Fans“. (mit SZ/awe/ale)