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Dynamos Debütanten am Ball

Marcel Franke und Markus Schubert stehen gegen St. Pauli in der Startelf. Sechs Fragen und Antworten vor dem Start in die Rest-Rückrunde.

© Robert Michael

Von Daniel Klein

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Im Trainingslager im Süden Spaniens war man fast Nachbarn, in der Tabelle ist man es seit Beginn der Winterpause. Dynamo und St. Pauli haben trotzdem einige Geheimnisse voreinander. Fünf der letzten sechs Einheiten fanden bei den Hamburgern unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Uwe Neuhaus muss auf derlei Versteckspiele verzichten, weil er die Zaungäste im Großen Garten nicht ausschließen kann. Dafür kündigte Dynamos Trainer „die eine oder andere Überraschung“ in seiner Startelf an.

Es sind die üblichen Spielchen vor dem Auftakt in die Restrückrunde am Donnerstagabend. Die SZ beantwortet die sechs wichtigsten Fragen vor dem Duell gegen den Kiez-Klub.

Hat das 1:4 bei der Generalprobe gegen Mlada Boleslav Spuren hinterlassen?

Zumindest dürfte die Auswertung etwas ausführlicher ausgefallen sein als nach Testspielen üblich. „Ich habe den Schwamm drübergehalten, ihn aber ausgedrückt“, beschrieb Neuhaus das Videostudium nach der Niederlage gegen den tschechischen Erstligisten. „In der Defensive haben wir keine gute Mentalität gezeigt. Gegen St. Pauli können wir es uns jedenfalls nicht leisten, in der Rückwärtsbewegung einfach stehen zu bleiben oder Zweikämpfen auszuweichen.“ Ob der schwache Auftritt gegen Mlada Boloeslav personelle Konsequenzen hat, ließ der Trainer offen: „Vielleicht.“

Warum fällt der Kapitän so lange mit einer Muskelverhärtung aus?

Seit einer Woche muss Marco Hartmann kürzertreten. Das ist auffallend lange für eine Muskelverhärtung, die der Verein als Verletzung angibt. Der Kapitän konnte auch am Mittwoch nicht voll trainieren, macht laut Neuhaus zwar Fortschritte, „doch ein Einsatz käme für ihn zu früh“. Dynamo will beim 29-Jährigen kein Risiko eingehen – auch als Lehre aus der Vergangenheit. „Da hat sich gezeigt, dass er sehr schnell auf die hohe Belastung in einem Spiel reagiert“, erklärte Neuhaus. Anders formuliert: Hartmanns Rückfallquote war hoch. Deshalb wird ihn gegen St. Pauli wohl Manual Konrad vertreten.

Kann ein 19-jähriger Torwart seine Nervosität besiegen?

Am Mittwoch bestätigte Dynamos Cheftrainer, was ohnehin klar schien: Markus Schubert wird den am Meniskus verletzten Marvin Schwäbe ersetzen. Das 19-jährige Eigengewächs erhält damit den Vorzug vor dem – auch um acht Jahre – erfahreneren Patrick Wiegers. Die Entscheidung ist logisch, schließlich war Schubert in dieser Saison bisher die Nummer zwei. Dynamo betont zudem stets, dass er der künftige Stammkeeper werden soll. Ihn in dieser Situation auf der Bank zu lassen, wäre einer Demontage gleichgekommen. Beim Zweitliga-Debüt ginge es für Schubert nun darum, „die Nerven in den Griff zu bekommen“, so Neuhaus. Die vier Gegentore bei der Generalprobe hätte er „äußerlich gut weggesteckt“.

Warum erhält Neuzugang Marcel Franke den Vorzug vor Jannik Müller?

Diese Personalie wollte der Trainer so zwar nicht bestätigen, doch sie ist sehr wahrscheinlich. Selbst wenn Jannik Müller in den vergangenen anderthalb Jahren fast immer auf dem Platz stand, war er doch mitunter ein Wackelkandidat, profitierte auch von Sperren und Verletzungen und blieb zuletzt nicht fehlerfrei. Franke als Ur-Dresdner mit Zweitliga- und England-Erfahrung hat einen Bonus. An seiner Seite wird Florian Ballas in der Innenverteidigung spielen – trotz seiner Risswunde oberhalb des Sprunggelenks. Die wurde in der Halbzeitpause des Spiels gegen Mlada Boleslav vor einer Woche mit vier Stichen genäht. „Es behindert mich nicht mehr“, erklärte er. „Ich bin fit.“

Wer stürmt von Beginn an: Peniel Mlapa oder Lucas Röser?

Das ist die kniffligste Aufgabe. Röser steigerte sich im Laufe der Hinrunde, schirmt die Bälle nun besser ab, verteilt sie. Und er schoss fünf Tore. Das sind gute Argumente, wenn auch keine überzeugenden. Mlapa, erst unmittelbar vor Transferschluss Ende August verpflichtet, wirkte oft lauffaul. Beim letzten Testspiel dagegen gefiel er mit seinem Engagement – da haperte es noch bei der Chancenverwertung. Röser dürfte bei diesem Zweikampf knapp die Nase vorne haben.

Oder überrascht der Trainer mit einer neuen Taktik und zwei Stürmern?

Das ist sehr unwahrscheinlich, selbst wenn das einzige Tor bei der Generalprobe fiel, als zwei Angreifer auf dem Platz standen: Röser bediente Mlapa. Für Neuhaus ist das aber auch nach der Winterpause nur eine Notlösung. „Mit zwei Stürmern haben wir deutlich mehr Probleme im Spielaufbau“, erklärte er. „Wenn wir hinten liegen, ist das jedoch immer eine Option.“