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Sport

Dynamos neuer Gegner heißt Wiesbaden

Der Drittligist schockt Ingolstadt und schafft doch noch den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Auch in der Relegation gewinnt der klassentiefere Klub.

Maximilian Dittgen von Wehen Wiesbaden bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen Ingolstadt. © dpa/Armin Weigel

Ingolstadt. Der SV Wehen Wiesbaden feiert nach einem Relegations-Krimi die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga. Der Drittliga-Dritte schockte am Dienstagabend den FC Ingolstadt mit einem 3:2-Auswärtserfolg. Dadurch machte er das 1:2 aus dem Hinspiel wett. Das eine mehr erzielte Auswärtstor entschied am Ende eines engen Duells zugunsten der Hessen, die nach zehn Jahren in die zweite Liga zurückkehren.

Die Fans der Gäste stürmten nach dem Sieg voller Freude den Rasen. Sportdirektor Christian Hock genoss die obligatorische Bierdusche. "Ich habe etliche Liter drübergekriegt, aber das ist mir egal. Das ist so. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles reingeworfen. Die Jungs haben einen einzigartigen Kampf abgeliefert", sagte er.

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Für die Ingolstädter endete zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga eine Katastrophensaison mit dem Sturz in die Drittklassigkeit. Tomas Oral, der fünfte Trainer in dieser Spielzeit, scheiterte bei seiner Rettungsmission kurz vorm Ziel. "Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man sagen, wir sind zu Unrecht abgestiegen. Wir haben die beiden Partien aus der Hand gegeben und die erste Halbzeit total verpennt. Man hat nicht gemerkt, wer zu Hause spielt und Zweitligist ist", sagte Mergim Mavraj.

Daniel-Kofi Kyereh (11. Minute), Maximilian Dittgen (30.) und Björn Paulsen mit einem Eigentor (43.) sorgten für ausgelassenen Jubel der Gäste. Der Sturmlauf der Platzherren führte vor 12420 Zuschauern nicht mehr zur Wende. Auf das 1:1 von Konstantin Kerschbaumer (13.) folgte nur noch das Anschlusstor durch Paulsen (68.).

Die Gäste aus Hessen glauben an sich und jubeln am Ende

Den ungebrochenen Glauben an die Aufstiegschance untermauerte Wehen Wiesbaden mit zielstrebigem Angriffsfußball. Viele druckvolle Aktionen gingen dabei vom linken Flügel aus. Nach einem Distanzschuss von Lorch, den Ingolstadts Torhüter Philipp Tschauner parieren konnte, flankte Dittgen. Den Kopfball von Manuel Schäffler spitzelte Kyereh ins Tor. Die Ingolstädter schockte das 0:1 noch nicht. Gleich nach dem Anstoß zog Marcel Gaus mit dem linken Fuß ab. Wehen Wiesbadens Torwart Markus Kolke patzte. Kerschbaumer traf im Nachschuss.

Überlegen aber blieb der Drittligist. Ingolstadts Abwehr wackelte. Der gesperrte Kapitän Almog Cohen fehlte als Stabilisator im Mittelfeld. Dazu kam bei Ingolstadt ein spielerischer Qualitätsverlust in der Offensive ohne den angeschlagenen Regisseur Sonny Kittel, den Oral erst in der zweiten Halbzeit einwechselte.

Wehen Wiesbaden dominierte und schlug vor der Pause zweimal zu. Ein Konterzuspiel von Moritz Kuhn verwertete Dittgen frei vor Tschauner eiskalt. Dann lenkte Ingolstadts Paulsen einen Distanzschuss von Lorch, der sein Ziel verfehlt hätte, ins eigene Tor. Zwischendurch hatte Schäffler noch eine große Kopfballchance (40.). Wehen Wiesbaden war zur Pause aufgestiegen in die zweite Liga.

Doch es sollten noch 45 packende Minuten folgen. Ingolstadt gab nicht auf. Dario Lezcano prüfte Kolke zweimal (51./59.). Auf der anderen Seite verpasste Gökhan Gül mit einem Lattenschuss haarscharf die Entscheidung. Nach Paulsens Kopfball zum 2:3 war zwar noch alles möglich. Am Ende jubelten aber die Gäste aus Hessen. (dpa)