Merken

Echtes Bedauern sieht anders aus

über ClementsangeblicheEntschuldigung

Teilen
Folgen

Von [email protected]

Es kamen die Worte „Bedauern“ und „es tut mir leid“ vor. Wolfgang Clement hat erklärt, er werde sich an die „gegebenen Regeln“ der SPD halten. Und das scheint der SPD zu genügen. Parteichef Kurt Beck hat die Weichen gestern dankbar in Richtung einer friedlichen Beilegung des Parteiausschlussverfahrens gegen den früheren Spitzen-Genossen Clement gestellt.

Dabei hat Clement gestern bei gleicher Gelegenheit außerdem gesagt, er habe nichts zurückzunehmen, er habe sich aus seiner Sicht immer an die Regeln gehalten, und er habe die Absicht, sich auch künftig wieder in gleicher Weise zu äußern. Echtes Bedauern sieht anders aus.

Aber die SPD glaubt, sie könne eine ernsthafte Auseinandersetzung über Clements Verhalten und Überzeugungen gar nicht mehr vertragen. Jedenfalls nicht auf dem Niveau der vergangenen Tage, an denen sich bisher namenlose Parteimitglieder zu Wächtern über die einzig wahre Parteilinie aufschwangen.

Clement trat zwar gestern nicht als „Graf Rotz“, aber doch an der Grenze zur Rotzigkeit auf. Er hatte es nicht nötig, sich wirklich zu einem Fehlverhalten zu bekennen. Zu sehr sehnt sich die Sozialdemokratie nach wenigstens einem kleinen bisschen sommerlicher Ruhe.