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Edel-Klamotten bleiben Görlitz erhalten

Ganz sicher ist die Zukunft des Damenmode-Geschäftes Maried & Manson an der Berliner aber noch nicht.

© Pawel Sosnowski

Von Matthias Klaus

Görlitz. Das Geschäft Maried & Manson an der Berliner Straße ist weiterhin geöffnet. Dabei sah es Mitte September gar nicht gut aus. Chef Thomas Frister dachte darüber nach, den Damenmode-Laden dicht zu machen. Große Werbeaufsteller vor der Tür schienen auf das Ende hinzudeuten. Auch heute noch locken Aufkleber an den Schaufensterscheiben mit Rabatten. Doch Maried & Manson bleibt geöffnet. „Mindestens erst einmal bis Ende des Jahres“, sagt Unternehmer Thomas Frister. In den vergangenen Wochen seien die Umsatzzahlen wieder etwas angestiegen, deshalb wurde eine endgültige Entscheidung zum Schließen des Ladens erst einmal aufgeschoben.

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Maried & Manson gibt es erst seit Juni 2016 an der Berliner Straße in Görlitz. Das Konzept: exklusive Damenmode zu günstigen Preisen. „Haken daran gibt es keinen“, versichert Thomas Frister. Er kommt aus Bautzen, betreibt an der Spree eine zweite Filiale. Und die läuft gut, sagt der Unternehmer. In Bautzen ist zudem ein neues Konzept für die Außenwerbung geplant, um noch mehr Kunden anzulocken. Das jetzige, ähnlich wie die in Görlitz gestaltet, schrecke in seiner Art vielleicht eher ab, weil sie sehr edel und teuer wirke, so der Unternehmer.

So oder so: Nach der Neueröffnung in Görlitz lief das Geschäft auch hier sehr gut, schätzt Thomas Frister ein. Anfang 2017 sei es zu einem Knick gekommen. Warum, kann sich der Chef nicht erklären. „Wir haben keinen schlechten Ruf, der Standort in Görlitz ist sehr gut“, sagt er. Maried & Manson befindet sich gegenüber dem Café Central, direkt vor der Tür ist eine Straßenbahnhaltestelle. „Besser geht es fast nicht“, sagt Thomas Frister. Liegt es an der unterschiedlichen Mentalität der Bautzener und der Görlitzer? „Vielleicht. Aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es da so große Unterschiede gibt“, lacht er.

Das Ladenlokal zu finden, war für ihn relativ einfach. Ein Spaziergang durch die Stadt mit Freundin, ein leer stehendes Geschäft, eine Anfrage beim Vermieter Fielmann – kurz darauf war der Mietvertrag unterschrieben. „Zu wirklich, wirklich günstigen Konditionen“, sagt Thomas Frister. Damit war auch eine Idee vom Tisch, in Dresden ein Geschäft einzurichten. In Görlitz bot ihm die Wirtschaftsförderung zudem Unterstützung an. Der Unternehmer hoffte an der Neiße zudem auf den Geschäftsbesuch modebewusster Damen aus dem Nachbarland.

Thomas Frister ist eigentlich Raumausstatter. Nachdem sein Geschäft in Bautzen aber so gut lief, er hatte das Outlet dort 2013 eingerichtet, hängte er diesen Job an den Nagel und widmet sich seither der Modewelt. Ob und wie es 2018 mit der Maried & Manson-Filiale weitergeht, Thomas Frister will sich alle Optionen offen halten. „Wenn es wirklich nicht funktioniert, werde ich für das Geschäft auf den entsprechenden Plattformen nach einem Nachmieter suchen“, sagt er. Eines kommt für ihn jedenfalls nicht in Betracht: ein Umzug des Ladens innerhalb von Görlitz. „So etwas ist mit unheimlich viel Geld verbunden. Und ob es dann an einer anderen Stelle besser läuft, ist ja auch nicht gesagt“, so Thomas Frister.