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Ehemaliger Arcandor-Chef verweigert die Aussage

Nach Thomas Middelhoff verweigerte nun auch der ehemalige Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick eine Zeugenaussage. Seine Begründung: Gegen frühere Vorstände des Arcandor-Konzerns werde wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt.

Köln. Der frühere Chef des Arcandor-Konzerns, Karl-Gerhard Eick (60), hat im Sal. Oppenheim-Prozess die Aussage verweigert. „Mein Mandant macht von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch“, sagte sein Anwalt am Mittwoch vor dem Landgericht Köln. Er begründete dies damit, dass gegen frühere Vorstände des Arcandor-Konzerns wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt werde. Das Gericht erkannte dies an.

In dem Prozess müssen sich die vier früheren Chefs von Sal. Oppenheim und ihr einstiger Geschäftspartner Josef Esch verantworten. Ihnen wird teils Untreue in besonders schwerem Fall, teils Beihilfe dazu zur Last gelegt. Alle fünf Angeklagten beteuern ihre Unschuld.

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Der Niedergang von Sal. Oppenheim war eng verknüpft mit der Insolvenz des Arcandor-Konzerns, zu dem auch die Karstadt-Warenhäuser gehörten. Vor der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim größter Aktionär des Konzerns geworden. Dadurch geriet das Bankhaus mit in den Abwärtsstrudel. Ein Jahr später wurde die Privatbank in stark verkleinerter Form von der Deutschen Bank übernommen.

Eick war im Insolvenz-Jahr 2009 sechs Monate lang Vorstandsvorsitzender von Arcandor. Sein Vorgänger Thomas Middelhoff hatte eine Zeugenaussage im Sal. Oppenheim-Prozess ebenfalls mit der Begründung verweigert, dass gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung laufe. Dieses Verfahren und die zu erwartenden Fragen im Sal. Oppenheim-Prozess bezögen sich auf denselben Zeitraum, hatte Middelhoffs Anwalt gesagt. Mit einer Beantwortung hätte Middelhoff möglicherweise seine eigenen Interessen gefährdet. (dpa)