merken

Ehemaliger Supermarkt wird zur Wohngemeinschaft

Der Markt in einem Reicker Viertel ist seit 2017 geschlossen. Nach einem Umbau werden dort jetzt Demenzkranke betreut.

© Sven Ellger

Von Nora Domschke

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Der Weg zum nächsten Supermarkt ist nun etwas weiter. Für die vielen älteren Menschen im Wohnviertel an der Keplerstraße ist das problematisch, doch ihre Einkäufe reichten offenbar nicht aus, um den kleinen Supermarkt in der Keplerstraße 14 am Laufen zu halten. Weil der Umsatz nicht stimmte, musste der „Nah & Frisch“-Markt Anfang vergangenen Jahres schließen. Seitdem war das Vermietungsteam der Wohnungsgenossenschaft Glückauf Süd (WGS) auf der Suche nach einem Nachmieter.

Der ist nun mit der Zusammen Zuhause GmbH gefunden. Anfang Februar wurden die Räume übergeben, in deren Umbau viel investiert wurde. Der Mietvertrag wurde zunächst für zehn Jahre geschlossen. Rund 990 000 Euro kosteten die Bauarbeiten, um aus der Handels- eine Wohnfläche zu machen. Dabei hatte es auch Überlegungen gegeben, das Geschäft wieder für eine gewerbliche Nutzung zu vermieten. Damit der Standort – und damit auch die Bäckerei Pfützner, die seit einigen Monaten im gleichen Gebäude ein Café betreibt – dauerhaft belebt wird, entschied sich die WGS für den kostenintensiven Umbau. Bereits in Prohlis stellt die WGS seit einigen Jahren Räume für die Zusammen Zuhause GmbH zur Verfügung, in denen eine Wohngemeinschaft von Demenzkranken lebt. „Der Bedarf für solche Wohnformen ist enorm und es mangelt an geeigneten Objekten“, erklärt WGS-Vorstand Olaf Brandenburg.

Nun will das Berliner Unternehmen das Konzept der Wohngemeinschaft in Reick weiterführen. Insgesamt zwölf Bewohner, die an Demenz erkrankt sind, werden dort leben. Dafür musste der Supermarkt komplett verändert und Kühlräume, Lüftungsanlagen und ein Lastenaufzug, der in den Keller fuhr, ausgebaut werden. Für die Baufirmen durchaus eine Herausforderung, so Brandenburg. „Es sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, um ein solches Wohnkonzept umzusetzen.“ Insgesamt ein halbes Jahr habe der Umbau gedauert.

In der Wohngemeinschaft werden die Bewohner rund um die Uhr betreut. Jeder von ihnen hat ein eigenes Zimmer mit Bad, es gibt einen Gemeinschaftsraum, in dem unter anderem zusammen gekocht und gegessen wird. Die neue Terrasse wird ebenfalls von allen genutzt. Die Pfleger haben eigene Personalräume, auch drei Arbeitsräume stehen zur Verfügung. Vor den Fenstern des ehemaligen Supermarktes gibt es neue Grünflächen, auch um etwas Distanz zu den Passanten zu schaffen.