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Kamenz

Ein Abend für Nachteulen

Facettenreich wie nie: Die elfte Kamenzer Nacht der Kirchen und Museen lockt am Sonnabend mit 66 Angeboten.

Am Roten Turm biwaken die Oberlausitzer Landsknechte und erinnern an den Alltag im Dreißigjährigen Krieg. © Matthias Schumann

Kamenz. Bereits zum elften Mal findet in diesem Jahr die Kamenzer Nacht der Kirchen und Museen statt, jedoch facettenreich wie nie. 14 Veranstalter unterbreiten am Sonnabend an 17 Orten der Stadt 66 Programmangebote – darunter auch drei thematische Führungen durch Kamenz. Dass es jemanden gibt, für den sich nichts findet, kann man sich schwer vorstellen. Wer auf seiner Eintrittskarte acht Stationen nachweisen kann – in Form eines Eulenstempels, den es an jeder Station gibt –, auf den wartet wie immer eine kleine Überraschung.

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Start des weitgespannten Programmbogens ist um 18 Uhr und er reicht von Konzerten, Führungen und Gebeten über Vorträge, Lesungen, Theater- und Filmvorführungen und der Möglichkeit, sich kunsthandwerklich selbst zu erproben, bis hin zum leiblichen Wohl an vier Stationen. Zum ersten Mal dabei sind die Kamenzer Stadtwerkstatt und die Museumsscheune mit Schmiedevorführungen. Verbunden sind die Stationen nicht nur durch das gemeinsame Engagement der Veranstalter und die Umzüge und Stadtführung, sondern zu späterer Stunde auch wieder durch die Kerzenillumination der Bao GmbH. Im Lessing-Museum geht es in diesem Jahr besonders um das Reisen, zum Beispiel mit Madame Rosas Reise durch den Frühling. Für musikalische Unterhaltung sorgt Sylko Freudenberg. Bei der Adventgemeinde steht im Mittelpunkt, dass sie seit 100 Jahren zur Stadt Kamenz gehört. Im Malzhaus kann man alte Schriften entziffern oder die faszinierende Kunstausstellung „Wenn Kunst sich in Natur verwandelt“ von Claudia Berg besuchen. Grazile Figuren im Stile Alberto Giacomettis, die in der Sommerwerkstatt der Kinder- und Jugendmalschule entstanden sind, kann man im Stadttheater bestaunen. Eine Ausstellung der Bao zu Sagen aus Kamenz und Umgebung ist in der Stadtwerkstatt zu sehen.

Räuber in der Dunkelheit

Außerdem gibt es die Möglichkeit, im Rahmen eines Rundgangs die sagenhaften Orte von Kamenz kennenzulernen. Dort kann man sich auch selbst an der Schaffung von Sagenfiguren aus Holz versuchen, unter der sachkundigen Anleitung von Martina Burghart-Vollhardt und Günter Tschentscher. Im Museum der Westlausitz heißt es an dem Abend „Räuber in der Dunkelheit“. Ob Fledermaus, Eule oder Haie. Nach dem Besuch weiß man Bescheid. Das Tankstellenmuseum ist geöffnet und zugleich kann man Ulf Berger über die Schulter schauen, wenn er das historische Schmiedehandwerk lebendig werden lässt. Um Handwerk geht es auch bei Hans Behnisch. In seiner Klempnersammlung werden Erinnerungen wach. Auf den Spuren der Geschichte der katholischen Pfarrei Kamenz kann man mit Jörg Bäuerle wandeln.

In der St.-Just-Kirche wird man die restaurierten Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert mit Staunen betrachten. Auch die Hauptkirche und die Katechismuskirche laden dazu ein ihre Schätze zu entdecken, verborgene Orte zu besuchen und die Klangschönheit der Walcker-Orgel kennenzulernen. In St. Annen informiert ein Vortrag über die Restaurierung der Kamenzer Totenkronen und Gemäldeuntersuchungen zum Bildpaar „Gesetz und Gnade“ werden präsentiert. Am Roten Turm biwakieren die Oberlausitzer Landsknechte und erinnern an den Alltag während des Dreißigjährigen Krieges. Ein Blick vom Turm über das abendliche Kamenz wird unvergessen bleiben. Die verschiedensten Angebote fügen sich zu einem reichen Panorama von Kunst, Literatur und Musik, lebendiger Geschichte, gelebten Glaubens und staunender Erkenntnis. Die unterschiedlich akzentuierten Perspektiven beginnen miteinander zu reden, ergänzen und bereichern sich gegenseitig.

Kamenz in anderem Licht

Faszinierend ist an diesem Abend, dass das Kamenzer Kulturleben seinen Rhythmus wechselt, in anderem Licht erscheint, anders klingt. So manches kann man eben nur zur Nacht der Kirchen und Museen so sehen und erleben. Die Veranstalter freuen sich über viele neugierige und gut gelaunte Gäste. (SZ)

Hier gibt’s Karten

An allen Abendkassen der mitwirkenden Einrichtungen kann man Tickets erwerben.

Preise: Erwachsene 5 Euro, Ermäßigte 2,50 Euro, Familien 10 Euro.

Von 18 Uhr bis Mitternacht unterbreiten 14 Veranstalter an 17 Orten insgesamt 66 Programmangebote.

Das Komplettprogramm liegt als Flyer aus oder ist einzusehen unter www.kamenz.de

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