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Ein Abend mit Hip-Hop und Weltmeistern

Beim Sportlerball im Zittauer Westparkcenter ehrten der Kreissportbund und die SZ die beliebtesten Sportler. Die größte Ehre galt einem, der ausschied.

© Rafael Sampedro

Von Markus van Appeldorn

Zittau. Die Mädels der Zittauer Hip-Hop-Formation „1st RevoluZion“ rockten den Laden gleich dreimal. Erst forderte ihr Publikum im Zittauer Westparkcenter mit heftigem Applaus eine Zugabe zu ihrem Auftritt. Aber das war gewissermaßen nur das Aufwärmtraining. Als sie kurz später auf der Bühne als Preisträger der SZ-Sportlerumfrage ausgerufen wurden, legten sie dort noch mal ein Jubeltänzchen nach. Und nunmehr im Cocktail-Kleidchen statt im Hip-Hop-Kostüm nahmen sie anschließend die Tanzfläche in Beschlag. „An Tagen wie diesen“, klang es aus den Boxen.

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Szenen vom Sportlerball

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So viel Schwung und Stimmung soll sein, wenn der Oberlausitzer Kreissportbund (OKSB) zum Sportlerball lädt. Im nunmehr 26. Jahr ehrte der Sportbund dabei zusammen mit den Sponsoren SZ und der Kreissparkasse Oberlausitz-Niederschlesien die besten und populärsten Sportler und Mannschaften des Südkreises.

Der Ball ist eine Ehrung des Sports in der Oberlausitz in seiner ganzen Breite. Kegler, eine Dressurreiterin und eine junge Gewichtheberin sind unter den nominierten, Skispringen, Mountainbiking und Tischtennis sind vertreten. Und alle diese Sportler stehen an diesem Abend für fair erarbeiteten Erfolg. Sachsenmeister sind dabei, Deutsche Meister, gar Weltmeister. Sportler in Disziplinen, die man kaum irgendwann in einer TV-Sportschau sehen wird – hier bekommen sie ihre große Gala. Und auch der Sportnachwuchs präsentierte sich hier. Da ist etwa der junge Schwimmer Luis Sturm aus Großschönau, der eher schwimmen als lesen konnte, weil sein Großvater Schwimm-Meister war. Oder die Karatekids der Zittauer Karateschule Otomo, die dem Publikum auf der Bühne ihre Körperbeherrschung vorführen. Hier sind die Sportler die Stargäste.

Der neue OKSB-Präsident Dr. Stephan Meyer fand mit dem Ball auch einen feierlichen Rahmen für die Übernahme des Staffelstabes an der Sportbund-Spitze. Er zeichnete seinen Vorgänger Karl-Heinz Bruntsch für dessen Lebenswerk aus. „Es ist mir eine große Ehre, ihm im Amt nachfolgen zu dürfen“, sagte Meyer. Das besondere Verdienst seines Vorgängers sei es, die bis 2007 bestehenden einst drei Kreissportbünde zu einem zusammenzuführen. „Es ist wichtig, dass wir als Sport im Kreis mit einer Stimme sprechen“, betonte Meyer.

Alt-Präsident Karl-Heinz Bruntsch ist selbst noch als Sportler aktiv. Gerade erst ist er aus Kapstadt von einem Radrennen zurückgekehrt. Er sprach in seinen Dankesworten aus, was Sport für viele Menschen bedeutet: „Ohne dass wir etwas gemeinsam tun, geht gar nichts. Es ist schön mit dem Sport zu leben. Für mich ist das Lebensqualität.“ Der heftige Applaus des Publikums bestätigte seine Worte.

Eine ausgezeichnete Sportlerin trat auch für die Kreissparkasse Oberlausitz-Niederschlesien auf die Bühne. Patricia Hänel wurde schon Europameisterin im Street Soccer. An diesem Abend überreicht sie den Sparkassen-Pokal an einen besonderen Verein – den Skiclub Kottmar-Neugersdorf, der 2018 sein 50. Schanzenjubiläum am Kottmar feiert. „Das Riesenprogramm, das die jährlich hinbekommen ist eine große Sache. Der Verein ist super engagiert in der Region“, sagte Patricia Hänel. Sie nannte das jährliche Mattenspringen auf der Kottmar-Schanze. „Sogar Sven Hannawald war schon da oder Richard Freitag.“ Auch über die besondere Rolle von Sportvereinen sprach sie: „Vereine sind wichtig für die Region. Als Vereinsmitglied trägt man zum gesellschaftlichen Leben bei.“ Deshalb habe die Kreissparkasse im vorigen Jahr 215 000 Euro an Vereine gegeben. Vorstand Heiko Nitschke bedankte sich generös – beim Publikum: „Die Ballkarte gilt als Freikarte für unser Mattenspringen am 11. Mai“, sagt er spontan.

Als begeisterter Gast kam auch Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zittau kann mehr). „Der Ball ist eine sehr gelungene Tradition“, sagte er der SZ. „Ich freue mich auch, dass heute so viele neue Gesichter ausgezeichnet worden sind. Das zeigt, dass Sport lebendig ist.“