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Ein Auto als Belohnung

Pakistan. Ein Imam setzt Kopfgeld auf den Zeichner der umstrittenen Karikaturen aus.

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Von Riaz Khan,Peshewar

Ein islamischer Geistlicher hat in Pakistan ein Kopfgeld auf den Zeichner der Mohammed-Karikaturen ausgesetzt. Der Vorbeter der Mohabat-Khan-Moschee in Peshawar, Mohammed Yousaf Qureshi, versprach demjenigen, „der diesen verfluchten Mann tötet“, 1,5 Millionen Rupien (21 000 Euro) und ein Auto. Qureshi sagte nach dem Freitagsgebet, ein lokaler Juwelierverband wolle die Tötung des Karikaturisten zudem mit einer Million Dollar belohnen. Die 1,5 Millionen Rupien und der Wagen sollen von seiner Moschee und einer Islamschule kommen. Die Zeichungen seien „verabscheuungswürdig und schändlich“, sagte der Geistliche. Es sei die einstimmige Entscheidung aller Imame, dass jeder den Tod verdiene, der den Propheten beleidige.

Er nannte den Namen des Zeichners nicht, dessen Karikaturen zuerst im September in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ erschienen waren. Seine rund 1 000 Zuhörer verbrannten eine dänische Flagge und eine Puppe von Ministerpräsident Andres Fogh Rasmussen. Landesweit wurden die Karikaturen bei den Freitagsgebeten verurteilt.

In Peshawar hängten Demonstranten vier Puppen, die dänische, deutsche, französische und norwegische Politiker darstellen sollten, symbolisch an Laternenpfählen auf. Sicherheitskräfte verhinderten mit dem Einsatz von Tränengas eine Straßenblockade.

Die Protestbewegung richtet sich zunehmend auch gegen die prowestliche Regierung von Präsident Pervez Musharraf. In Multan riefen die Demonstranten in Sprechchören nicht nur „Wir sind Sklaven des Propheten“, sondern auch „Tod Musharraf“. (AP)