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Ein Bautzener Radler

Das Brauhaus bringt jetzt ein neues Bier auf den Markt. Das soll vor allem eine Zielgruppe ansprechen.

© Uwe Soeder

Von Frances Scholz

Bautzen. Mit einem Zisch fliegt der Kronkorken weg. Silke Rogalla greift zum Bierglas und schenkt gekonnt ein. Doch es ist nicht irgendein Bier, was Silke Rogalla da ins Glas füllt. Es ist das neue Kupfer Radler vom Bautzener Brauhaus.

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Nach vielen Jahren gibt es damit erstmals wieder ein neues Produkt im Sortiment. „Die Idee dazu hatten wir schon vor drei Monaten“, sagt Brauhaus-Chef Karsten Herrmann. Ein Radler gab es bis jetzt noch nicht unter den Bautzener Biersorten. „Wir haben das Bautzener Original, das Bautzener Kupfer und Bautzener Schwarzes“, sagt Karsten Herrmann. Weil das Kupferbier ein mildes Bier ist, sei es bei den Kunden, vor allem bei Frauen, besonders beliebt. „Deswegen haben wir uns entschieden, diese Sorte für ein Mixbier zu verwenden. Unser Kupfer Radler besteht damit zur einen Hälfte aus dem Bautzener Kupfer und zur anderen Hälfte aus Zitronenlimonade.“

Gebraut wird das Bier in Bautzen. Auch die Gärung und Lagerung erfolgt im Keller des Bautzener Brauhauses. Dort ruhen 42 000 Liter Bier. Die Räume sind bis zu null Grad kalt. „Wir nutzen hier die kalte Gärung. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell viel Bier herzustellen, sondern darum, eine gute Qualität zu erhalten“, erklärt der 51-Jährige. Eine Woche lang gärt das Gemisch aus Wasser, Malz und Hopfen. Danach muss es noch vier bis fünf Wochen ruhen. Zum Schluss wird das Bier filtriert. „Dadurch verliert es die Trübung.“

Danach kann das Bautzener Bier drei verschiedene Wege nehmen. Zum einen fließt es direkt vom Keller in den Zapfhahn des Brauhaus-Restaurants. Oder es wird in große Fässer gefüllt, die dann an 40 Gaststätten in und um Bautzen geliefert werden. Der dritte Weg des Bautzener Bieres führt zu den Brauerei-Kollegen in Wittichenau. Dort wird das Bautzener Bier in Flaschen gefüllt. „Wir haben in Bautzen einfach nicht genug Platz für eine Flaschenfüllerei. Und in Wittichenau wird die nicht komplett ausgelastet“, sagt Karsten Herrmann. In Wittichenau kommt dann auch die Limonade für das neue Kupfer Radler dazu. Die ersten Flaschen sind seit dieser Woche in den Läden. „Wir verkaufen im Bautzener Marktkauf, Kaufland und Edeka“, zählt der Chef auf.

300 000 Liter Bier im Jahr

Karsten Herrmann ist eigentlich studierter Betriebswirt und Banker. 1992 übernimmt er zusammen mit seinem Vater die Bautzener Brauerei. Die existiert seit 1847 und stand einst an der Neusalzaer Straße, wo sich heute das Arbeitsamt befindet. 1995 und 1996 wurde das Keglerheim zum Bautzener Brauhaus umgebaut und saniert. „Seit 1996 brauen wir hier an der Thomas-Mann-Straße“, sagt der Brauereichef. 15 Mitarbeiter hat das Unternehmen. Zwei davon sind Braumeister. Sie kümmern sich ausschließlich um das Bier. Jährlich werden so rund 300 000 Liter Bier in Bautzen gebraut. Die bekannten Bautzener Biersorten kommen gut bei den Kunden an.

Nun hofft Karsten Herrmann, dass auch das Kupfer Radler sich durchsetzt. Das gibt es nur in Flaschen und nicht in Fässern zu kaufen. Ein Kasten kostet etwa 15 Euro im Handel. „Das Kupfer Radler ist für Kunden gedacht, die den herben Geschmack von Bier nicht so mögen“, sagt er. Die Kupferfarbe erhält das Getränk nicht durch Farbstoffe oder Ähnliches. Dafür gibt es einen einfachen Trick. „Wir geben einen Schuss dunkles Malz dazu“, sagt der Chef.

Wie das Kupfer Radler schmeckt, das kann man heute und morgen im Bautzener Marktkauf testen. Dort wird Silke Rogalla, die eigentlich als Stadtführerin arbeitet, die neue Sorte ausschenken. „Ich habe das auch schon bei den anderen Bautzener Bieren in den vergangenen Jahren als Freundschaftsdienst gemacht“, sagt sie.

Das Kupfer Radler kann man Donnerstag und Freitag ab 10 Uhr im Bautzener Marktkauf verkosten.