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Ein besorgniserregendes Phänomen

Sie werden als Badesalze oder Lufterfrischer angeboten - und sie machen high. Sogenannte „Legal Highs“ werden legal vertrieben, sind aber genauso gefährlich wie illegale Drogen. Das LKA Sachsen ist besorgt.

© dpa

Dresden. Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) warnt vor dem Konsum sogenannter „Legal Highs“. Die Verbreitung dieser häufig im Internet als Kräutermischung, Badesalze oder Lufterfrischer angebotenen Rauschmittel habe sich zu „einem neuen und besorgniserregenden Phänomen entwickelt“, sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Auch wenn in Sachsen aufgrund der Nähe zu den Drogenküchen im tschechischen Grenzgebiet vor allem die Droge „Crystal“ den Rauschgiftfahndern Arbeit mache, würden immer mehr Menschen zu den vermeintlich legalen und damit häufig als harmlos missverstandenen „Legal Highs“ greifen.

Genaue Fallzahlen könnten nicht erhoben werden, „da derzeitig diese Delikte in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht explizit ausgewiesen werden“, sagte Bernhardt. Vereinzelt habe es Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit „Legal Highs“ schon im Bereich der Polizeidirektionen Zwickau und Görlitz sowie länderübergreifend beim LKA gegeben.

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Auch zu Sicherstellungsmengen lasse sich aufgrund der Erfassungsproblematik keine verbindliche Aussage treffen. „Im Regelfall werden beim Konsumenten Eigenbedarfsmengen bis 20 Gramm sichergestellt.“ Bei einzelnen Händlern seien Mengen bis in den zweistelligen Kilogrammbereich gefunden worden.

Die Hersteller würden sich mit den Sicherheitsbehörden ein „Hase und Igel-Spiel“ liefern und umgehend auf Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes reagieren. Werde der Handel mit einer analysierten chemischen Substanz strafbar, würde das Produkt vom Markt genommen und umgehend durch eine abgewandelte Substanz ersetzt. „Diese Vorgehensweise dauert unvermindert an.“

Die Rauschmittel würden in bunten Tütchen als Alternativen zu den klassischen Betäubungsmitteln wie Cannabis, Kokain, Ecstasy oder Amphetamin angeboten. „Die harmlos erscheinenden Produkte enthalten jedoch meist Betäubungsmittel oder ähnlich wirkende chemische Substanzen, sogenannte Designerdrogen“, sagte Bernhardt. Beliebige pflanzliche Gemische würden lediglich als Trägermaterial für synthetische Cannabinoide dienen.

Je nach Wahl würden für 1, 2 oder 3 Gramm pro Tüte zwischen 9 und 24 Euro bezahlt. „Kräutermischungen sind demnach wesentlich erschwinglicher als das den gegenwärtigen Drogenmarkt in Sachsen beherrschende Betäubungsmittel Crystal.“

Deutschlandweit habe es 2014 durch „Legal Highs“ 25 Tote gegeben, sagte Bernhardt. Aus Sachsen ist kein Fall bekannt. „Von einer Dunkelziffer muss ausgegangen werden.“