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Ein Besucherzentrum für den Dom

Der Shop kommt zur Kasse in den Kreuzgang und ein richtiger Garten soll auch noch entstehen.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Meißen. Eigentlich sind die Wettiner schuld: Weil sie den Haupteingang des Domes mit ihrer Grablegungskapelle verbauten, muss man seit Jahrhunderten quasi hinten herum, um in das Gotteshaus zu gelangen. Ein kleines Stück den Kreuzgang entlang, und dann stößt man auf die Kasse. Daran wird sich nichts ändern. Ändern wird sich, dass im kommenden Jahr der Kassenbereich und ein Teil des Kreuzganges so umgebaut werden, dass ein kleines Besucherzentrum im und für den Dom entsteht.

Man werde aus der Not eine Tugend machen und den Zugangsbereich erweitern, sagt Dombaumeister Knut Hauswald. Die Not ist eine doppelte. Erstens gehört dem Dom nur das Gelände, auf dem er steht. Das heißt, ein Anbau für ein großzügigeres Besucherzentrum wäre auf dem Domplatz nicht möglich. Ganz abgesehen davon, dass ihn die Denkmalpflege wohl nie zulassen würde. Und zweitens befindet sich der jetzige Shop des Domes abgelegen hinter dem Kreuzgang und kann aus Gründen des Personalmangels nur im Sommer besetzt werden.

Mit dem neuen Besucherzentrum schlägt das zuständige Hochstift zwei Fliegen mit einer Klappe. Kasse und Shop werden zusammengelegt und können so ganzjährig bewirtschaftet werden und die Bedingungen für die Mitarbeiter verbessern sich.

„Ein Teil des domseitigen Kreuzgangflügels wird über zwei der Maßwerkfenster hinweg verglast“, erklärt der Dombaumeister. Dann sollen Einbaumöbel für den Shop angeschafft werden. 1912 haben die Altvorderen eine Heizung für den Dom angelegt“ ein Kanal geht unter dem Kreuzgang entlang. Der soll genutzt werden, so dass gar nicht erst groß aufgegraben werden muss für die geplante Fußbodenheizung im neuen Besucherzentrum. Gleichzeitig wird die alte Elektroheizung des Domes auf kostengünstigeres Gas umgestellt, was gleichzeitig die Kohlendioxid-Bilanz verbessert. „Bei der Heizungsumstellung unterstützen uns die Meißener Stadtwerke und für den Umbau im Kreuzgang hoffen wir auf Förderung seitens des Freistaats.“ Insgesamt, so Knut Hauswald, sind für den Bau des Besucherzentrums 100 000 Euro eingeplant.

Damit soll es aber noch nicht getan sein. Mittelfristig wird auch der Innenhof des Kreuzgangs neu gestaltet. „Der Traum ist, dass die Besucher durch den Garten angezogen werden.“ Wie dieser Garten aussehen könnte, ist noch nicht klar, reicht doch die Gestaltung von Innenhöfen in Kreuzgängen von der einfachen Wiese bis zum ausgeklügelten Gartenkunstwerk.

Schade, dass das Besucherzentrum nicht schon jetzt fertig wird, feiert das Hochstift Meißen doch in diesem Jahr sein 1050-jähriges Jubiläum. Im Jahr 968 mit dem Bistum Meißen gegründet, gilt es als älteste Institution in Sachsen. „Das Hochstift ist für Unterhaltung des Domes und der übrigen Gebäude verantwortlich. Es trägt die Fürsorge für den evangelisch-lutherischen Gottesdienst im Dom und die Verwaltung seines Vermögens“, heißt es in einer Selbstdarstellung.

Begangen wird das Jubiläum mit einer Festwoche im Mai. Schon fertig wird dann ein Raum in der Dompropstei am Domplatz 7 sein, wo künftig Kinder unterrichtet werden. Dort wurde ein wunderschönes Zellengewölbe frei gelegt und saniert.