merken

Ein bisschen Hoffen

Seit Jahren kämpft der Kirch-Konzern um Schadensersatz von der Deutschen Bank. Der Ex-Chef des Geldinstituts soll schuld an der Kirch-Pleite sein. Jetzt gibt es eine Überraschung.

© dpa

Im Dauerstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch wird die Deutsche Bank gestützt. Von einem Protokoll, das versteckt in klafterweise Akten schlummert und jetzt aufgetaucht ist.

Seit Jahren überzieht die Kirch-Seite die Deutsche Bank mit Klagen. Deren damaliger Chef Rolf Breuer hatte Anfang 2002 in einem TV-Interview Kirchs Kreditwürdigkeit angezweifelt. Seither wird um eine Mitverantwortung Breuers und der Bank für die Pleite des Medienimperiums und Schadensersatz in Milliardenhöhe gestritten. Das drohende Aus für Kirch soll nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ aber schon vor dem Breuer-Interview ein Thema gewesen sein. In beschlagnahmten Dokumenten im Ermittlungsverfahren gegen ehemalige und amtierende Vorstände der Deutschen Bank sei das Protokoll einer Aufsichtsratssitzung der Axel Springer AG aufgetaucht – also noch vor dem Fernsehinterview Breuers. In der Sitzung sei darüber gesprochen worden, dass davon auszugehen sei, dass die Kreditgeber Kirch kein weiteres Geld mehr zur Verfügung stellen würden. Springer wollte sich zu den Inhalten der Sitzung nicht äußern.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Das Münchner Oberlandesgericht (OLG) hatte die Deutsche Bank grundsätzlich bereits zu Schadensersatz verurteilt. Die genaue Höhe wird derzeit ermittelt, am 9. Dezember werden dafür sogar noch einmal Zeugen vernommen. Ob das Protokoll bei dem Termin eine Rolle spielt, ist unklar. Das OLG wies darauf hin, dass für das Verfahren nicht ausschlaggebend gewesen sei, wann welche Beteiligten von der bevorstehenden Pleite des Kirch-Konzern gewusst haben. Im schlimmsten Fall drohen der Bank Milliardenzahlungen. Der Konzern wehrt sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen den Schuldspruch. Ein bisschen mehr Hoffnung für die Deutsche-Bank-Chefs gab es schon gestern. Allerdings bei einer anderen Klage. Das Landgericht Frankfurt wies Klagen der Kirch-Seite gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung vom April dieses Jahres zurück. Es seien keine Satzungsverletzungen oder formelle Mängel festzustellen gewesen, so der Richter. Die Kirch-Seite hatte eine Verletzung der Informationsrechte von Aktionären gerügt. (dpa)