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Ein bisschen nach vorne beugen, dann geht’s schon

Dübel-König Artur Fischer wird für sein Lebenswerk geehrt. Jetzt grübelt der 94-Jährige über die Sache mit dem Ei nach.

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© dpa

Waldachtal. Das Aufstehen fällt ihm schwer, aber er weist jede Hilfe zurück. „Ich beuge mich etwas nach vorne, und dann komme ich hoch. Das ist alles Physik“, erklärt Artur Fischer mit einem Schmunzeln. Mit seinen 94 Jahren geht er noch immer fast jeden Tag im Anzug in die Fischerwerke in Waldachtal im Schwarzwald. Sein Büro hat er im Entwicklungszentrum des Unternehmens eingerichtet, das mit seiner Erfindung, dem Dübel, groß geworden ist.

„Sein ganzes Leben lang hat der heute 94-Jährige Probleme aus seinem Alltag in Lösungen verwandelt“, würdigt das Europäische Patentamt Fischers Wirken, für das er gestern in Berlin den Erfinderpreis erhielt – in der Kategorie Lebenswerk. Mehr als 1100 Patente und Gebrauchsmusteranmeldungen gehen auf Fischers Konto. Dass er neben dem allseits bekannten grauen Plastikdübel auch den Synchronblitz für Fotoapparate entwickelt hat und Schrauben für die Heilung von Knochenbrüchen, wissen nur wenige. Nach Realschulabschluss und Schlosserlehre musste der junge Mann in den Krieg ziehen. Er kam wieder – und war anschließend voller Tatendrang. Als eine Fotografin seine Tochter nicht ablichten konnte, weil es im Zimmer zu dunkel war, machte er sich an die Arbeit und entwickelte den Synchronblitz. Diese Erfindung ermöglichte ihm die eigene Firma, die er 1948 im Schwarzwald aufbaute. Zehn Jahre später gelang ihm mit dem Dübel der nächste Coup. „An einem Samstagnachmittag habe ich ein Plastikstück ausgebohrt und zurechtgefeilt.“

Und er hatte noch mehr Ideen. „Fischer schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte und zementgebundene Befestigungen, und seine Erfindungen werden tagtäglich millionenfach auf der ganzen Welt verwendet“, würdigt ihn das Patentamt. Sein Familienunternehmen hat inzwischen 43 Tochtergesellschaften, 4150 Beschäftigte und einen Umsatz von knapp 630 Millionen Euro pro Jahr. Sohn Klaus führt seit 1980 die Geschäfte. Zuletzt treibt ihn das Problem mit dem Frühstücksei um. So bastelte er als junger Erfinder an einem Eierköpfer – einem Schlagmesser, das einen sauberen Schnitt garantierte. „Allerdings flog manchmal auch das Eigelb durch die Gegend.“ Am Ende ließ Fischer die Finger davon. Als Ersatz präsentiert er jetzt einen Eierbecher für verschiedene Größen. Wann es sie zu kaufen gibt? „Das muss sich noch erweisen.“ (dpa)

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