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Ein Code gegen Diebstahl

Beim ADFC können Fahrräder gekennzeichnet werden. Das soll potenzielle Diebe abschrecken.

© Sven Ellger

Von Alma Uhlmann

Die Nadel rattert über das Metall, nach 30 Sekunden prangt eine schwarze Folge aus Buchstaben und Zahlen auf silbernem Grund. Ein Aufkleber kommt darüber. Auf ihm steht „Finger weg! Rad ist codiert“.

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Das Frühjahr wird oft zum Abspecken und für Diäten genutzt. Doch wer nachhaltig fit und gesund bleiben möchte, sollte auf eine andere Strategie setzen.

„Der Code verschlüsselt die Adresse des Eigentümers“, erklärt Barbara Baum, Leiterin der Geschäftsstelle des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs am Bischofsweg. „Somit kann das Rad immer dem Besitzer zugeordnet werden.“ Der Weiterverkauf eines gestohlenen Rades ist mit Code schwieriger. Denn es ist wahrscheinlich, dass es sich um ein gestohlenes Rad handelt, wenn die Adresse des Verkäufers und die auf dem Rad nicht zusammenpassen. Sogar ein vermeintlicher Umzug des Händlers kann mithilfe des Melderegisters und der Jahreszahl der Codierung schnell geprüft werden.

Interessenten sollten auch skeptisch werden, wenn an der rechten Seite des Sattelrohres der Lack weggekratzt wurde. An dieser Stelle befindet sich nämlich normalerweise der Code. „Trotzdem ersetzt der Code nicht das altbewährte Fahrradschloss“, sagt Barbara Baum. Rund zehn Prozent des Kaufpreises des Fahrrads sollten für ein gutes Schloss ausgegeben werden, das direkt vor Diebstahl schützt. Auch wenn die Codierung vor allem der Abschreckung dient, lohnt sie sich. „Die Aufklärungsquote bei Diebstählen von codierten Rädern ist höher als bei Rädern ohne Code. Einige Versicherungen zahlen auch nur, wenn das gestohlene Rad registriert ist“, erzählt die Leiterin der ADFC-Stelle, während sie den Fußweg vor dem Laden betritt.

Dort warten mehrere Fahrradbesitzer mit ihren Rädern auf die Codierung. Wie viele andere möchte Karsten Haupt die Markierung aus Sicherheitsgründen. „Es ist für mich einfach eine Prophylaxe.“ Im Sommer macht er eine Radtour am Bodensee, da möchte er einen Diebstahl nicht riskieren. Nach seinem Rad wird ein neu gekauftes E-Bike codiert, danach der Fahrradanhänger von Sylvia Henze. „Mir wurde schon mal ein Rad geklaut“, erzählt die junge Mutter. Gleich beim Erwerb des teuren Anhängers riet der Verkäufer zu einer Codierung, da diese Anhänger gerne geklaut werden. So machen sich die ADFC-Mitarbeiter erneut mit dem Nadelmarkierer ans Werk. Danach leuchtet ein orangener Aufkleber zur Abschreckung aller Langfinger an dem neu gekauften Anhänger.

Der ADFC codiert an jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat zwischen 17 und 19 Uhr. Mitglieder des ADFC zahlen zwei Euro, alle anderen sieben Euro.