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Ein Denkzettel für Bürgermeister Dreßler

Er gewinnt die Wahl mit 51,3 Prozent. Damit bleibt er aber weit unter seinen Erwartungen.

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© Egbert Kamprath

Glashütte. Mit einem solchen Wahlergebnis hatte niemand gerechnet. Die Bürgermeisterwahl in Glashütte am Sonntag ist äußerst knapp ausgegangen. Amtsinhaber Markus Dreßler (CDU) hat 51,3 Prozent der Stimmen erreicht. Sein Herausforderer Maik Lehmann (Wählervereinigung Zeitlos) 48,7 Prozent. Bei 3048 gültigen Stimmen ist das ein Vorsprung von ganzen 80. Die Wahlbeteiligung in der Stadt lag bei 55,2 Prozent, wie Wahlleiterin Maritta Reichel informierte.

Als die Stimmen aus den elf Wahllokalen eintrafen, sah es zeitweise sogar nach einer Niederlage für Dreßler aus. Er verfolgte das Ankommen der Resultate im Rathaus mit und war sehr bedrückt. Zuletzt hing alles am Wahllokal eins in der Kernstadt Glashütte, wo die Wähler aus der Oberstadt ihre Stimmen abgegeben hatten. Hier hatte Herausforderer Maik Lehmann zwar eine Mehrheit von 303 Stimmen gegen 147 für Dreßler erreicht. Das war aber nicht genug, um den Vorsprung aufzuholen, den Dreßler aus den Ortsteilen hatte. Dreßler ist damit aber weit unter seinen eigenen Erwartungen geblieben. Er hatte in der vergangenen Woche gesagt, dass er sich über 60 Prozent erhofft.

Maik Lehmann, der seit zwei Jahren Ortsvorsteher in Glashütte ist, sieht dagegen seine Erwartungen deutlich übertroffen. Er wäre nach eigener Aussage bereits mit einem Ergebnis über 30 Prozent zufrieden gewesen. Mit einem Resultat, das fast an die 50-Prozent-Marke heranreicht, hatte er nicht gerechnet. „Es zeigt mir, dass wir mit unserer Politik doch richtig liegen“, sagte er, nachdem er von dem Ergebnis gehört hatte. Er gehe davon aus, dass die Wählervereinigung Zeitlos, die seit der jüngsten Wahl im Stadtrat vertreten ist, sich mit den richtigen Themen beschäftigt und insgesamt auf dem richtigen Weg ist. „Dass wir so ein Resultat in zwei Jahren erreicht haben, ist phänomenal“, sagte Lehmann. Ob sich Zeitlos jetzt ermutigt sieht, auch auf anderen Ebenen anzutreten, beispielsweise für den Kreistag? „Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen. Das werde ich zu gegebener Zeit mit allen Zeitlos-Mitstreitern entscheiden“, sagte Lehmann.

Seine Hochburg hat der Herausforderer in der Kernstadt Glashütte. In der Unterstadt hat er 78,9 Prozent der Stimmen erreicht, in der Oberstadt 67,3 Prozent. Bei den Dörfern sieht es anders aus – mit einer Ausnahme. Hier hat Lehmann nur in einem Wahllokal eine Mehrheit geschafft, in Johnsbach mit 71,3 Prozent der Stimmen. Hier hängt Dreßler wohl noch die Schließung des Kindergartens nach.

Dreßler hat in Hirschbach und Hermsdorf sein bestes Resultat erzielt mit 78,1 Prozent der Stimmen. In Dittersdorf, Cunnersdorf, Ober- und Niederfrauendorf sowie in Reinhardtsgrimma kam er auf mehr als 60 Prozent der Stimmen.

„Es ist schon ein überraschendes Ergebnis für mich. Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt der Amtsinhaber nach dieser knappen Wiederwahl. „Ich denke, dass die überregionale politische Stimmung und einige Glashütter Besonderheiten hier zusammenkommen. Die haben sicher auch ein Stück weit mit meiner Person zu tun“, sagte er, nachdem kurz vor sieben Uhr das vorläufige Ergebnis feststand. „Ich muss feststellen, dass Sach- und Fachlichkeit bei so einer Wahl nicht in dem Maße Einfluss haben, wie ich das eingeschätzt habe.“ Dreßler zog sich einen Moment in sein Amtszimmer zurück, um diesen Wahlgewinn, der so knapp an einer Niederlage vorbeigegangen ist, zu verdauen. Danach traf er sich mit politischen Freunden im Landgasthof Börnchen.

Die Wahlbeteiligung schwankte stark in den einzelnen Ortsteilen. Den niedrigsten Wert hatte Frauendorf mit 41,5 Prozent aller Wähler, den höchsten Schlottwitz mit 56,7 Prozent.