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Löbau

Ein Depot für 1,1 Millionen Euro

Nach dem Richtfest vor einem Jahr in Kittlitz konnte der Neubau am Sonnabend feierlich eröffnet werden. Bis dahin war es langer und teurer Weg.

Lars Gumbert steht vor dem neuen Feuerwehrdepot in Kittlitz.
Lars Gumbert steht vor dem neuen Feuerwehrdepot in Kittlitz. © Rafael Sampedro

Vor fast genau einem Jahr konnte das Richtfest im neuen Feuerwehrdepot Kittlitz an der Nieskyer Straße 5 gefeiert werden. Zwölf Monate späterhat Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) am Sonnabendvormittag das Gerätehaus feierlich an Wehrleiter Lars Gumbert übergeben - allerdings in einer geschlossenen Veranstaltung. Besucher waren erst ab 13 Uhr willkommen, als die Kameraden zum "Tag der offenen Tür" einluden. Ab 14.30 Uhr weihte Pfarrerin Elisabeth Süßmitt das neue Gebäude schließlich ein.

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Das Depot besteht optisch aus zwei Teilen. Die Fahrzeughalle orientiert sich an die umgebende zweigeschossige bestehende Bebauung auf den Nachbargrundstücken. Weiterhin sind Geräte-, Schlauch- und Treibstofflager direkt daran untergebracht. Der nördlich an der Fahrzeughalle angelegte eingeschossige Teil beinhaltet die Umkleide- und Sanitärbereiche, getrennt nach Männern und Frauen sowie Büro, Schulungsraum, Küche und Nebengelass. Drei Stellplätze stehen zur Verfügung, einer ist für den grenzüberschreitenden Katastrophenschutz. Am Neubau an der Nieskyer Straße waren 14 Firmen aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen beteiligt, unter Leitung von vier Fachplanungsbüros. Die Investition beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind 360.000 Euro Fördermittel vom Landkreis Görlitz, wovon knapp 196.000 Euro aus dem Interreg-Programm zwischen Polen und Sachsen stammen. 

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Die Fahrzeuge konnten vor dem Depot besichtigt werden.
Die Fahrzeuge konnten vor dem Depot besichtigt werden. © Rafael Sampedro

Der lange Weg zum Neubau

Vor Baubeginn war das Projekt des neuen Kittlitzer Feuerwehr-Depots von Pleiten, Pech und Pannen verfolgt – die schließlich zu Mehrkosten von 415.000 Euro führten. Als ursprünglichen Planungsansatz hatte man 2015 das neue Depot im Ortsteil Ebersdorf herangezogen, und über eine Summe von 657.000 Euro einen Fördermittelantrag gestellt. Dann jedoch stellte man fest, dass die Kittlitzer Wehr viel mehr Kameraden hat – die mehr Platz brauchen. Das und einige andere Dinge führten zur ersten Kostensteigerung auf 790.000 Euro.

Dann musste man den Bau am ursprünglich geplanten Standort am Kittlitzer Schloss komplett aufgeben. Für die Zufahrt zu dem geplanten Bau hätte man nämlich das Wegerecht über ein Privatgrundstück benötigt. Das bekam die Stadt nicht vom Eigentümer. Also wich die Stadt auf das jetzige Grundstück auf der Nieskyer Straße aus, was einen komplett neuen Bauantrag nötig machte. Damit verstrich Zeit. Und wegen der nötigen Baugrunduntersuchung erhöhten sich auch die Kosten. Die Stadt entschied sich für eine beidseitige Erschließung des Grundstücks. Die Alarmausfahrt wird künftig zur Nieskyer Straße hinausgehen, die Kameraden fahren aber über die Rückseite des Gebäudes an. Eine sinnvolle, aber preistreibende Idee, die den Kostenrahmen auf rund 870000 Euro steigen ließ.

Für die finale Kostenexplosion, die die ursprünglich geplanten Kosten nahezu verdoppelte, konnten Stadt und Planer nichts. Wegen der seit einigen Jahren anhaltenden Baupreisentwicklung, hatte man etwa bei der Ausschreibung des Bauhauptloses eine Baupreisüberschreitung von 27 Prozent. Für andere Gewerke habe es erst gar keine oder nur vereinzelte Angebote gegeben, erläuterte der von der Stadt beauftragte Architekt Volker Augustin im März in einer Stadtratssitzung zu dem Thema. Weil ein Zuschlag bei solchen Preisüberschreitungen nach der Vergabe- und Vertragsordnung nicht zulässig sei, habe man die gesamte öffentliche Ausschreibung für das Depot aufheben müssen.

Unter dem Aspekt der Baupreisentwicklung bezifferte Architekt Augustin die nötigen Investitionsmittel auf rund 1,1 Millionen Euro. Der Stadtrat genehmigte in jener März-Sitzung daraufhin einstimmig 415000 Euro Mehraufwand für den Bau des Kittlitzer Feuerwehrdepots, um den Neubau auf dieser Kostenplanung neu ausschreiben zu können. Das Geld stammt aus den liquiden Mitteln der Stadt. Nach dem Beschluss startete der Bau zügig Mitte Juli.

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