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Ein Eisen im Feuer

Die Meinsberger haben ihr Dorffest gefeiert. Nicht nur beim Volleyballturnier ging es heiß her.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Meinsberg. Nachdem am Freitag beim Meinsberger Open-Air-Rockkonzert die Bühne mächtig gescheppert hat, feierten der Waldheimer Ortsteil und seine Bewohner einen Tag später ihr Dorffest. Schon am Morgen waren die sportlichen Besucher gefragt, denn beim alljährlichen Volleyballturnier der Freizeitmannschaften ging es um Punkte, Siege und vor allem um viel Spaß am gemeinsamen Aktivsein unter freiem Himmel.

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Fünf Teams aus Döbeln, Hartha, Leipzig und Meinsberg traten auf zwei Plätzen gegeneinander an. Bis in den Nachmittag wurde gepritscht, gebaggert, geschmettert und auch nach manchem Ball gehechtet. Am Ende konnten sich die Sportler der WSG Döbeln über den Sieg freuen. Für das Team aus Hartha zählte vor allem der olympische Gedanke. Der Iraker Shaker Mohhy, seine beiden Brüder und zwei Freunde, die aus dem Irak und Afghanistan nach Deutschland gekommen waren, bildeten gemeinsam mit Stefan Orosz ein internationales Team. „Wir starten für das Alternative Jugendzentrum Leisnig. Dort gibt es seit diesem Monat das Begegnungsprojekt ,Ankommen und Bleiben‘. Dabei möchten wir die jungen Leute mit Einheimischen zusammenbringen und auch bei sportlichen Veranstaltungen wie dieser Vorurteile abbauen“, erläuterte Projektleiter Stefan Orosz.

Mit seinem außergewöhnlichen Angebot der „Mit-Mach-Schmiede“ sorgte der Colditzer Hartmut Lehmann nicht nur bei den jüngsten Gästen für Begeisterung. Der 44-Jährige hatte seine „Reiseausstattung“ mitgebracht: fünf Ambosse mit jeweils
80 bis 100 Kilogramm Gewicht, mächtige Hämmer und zahlreiches Werkzeug, mit denen das heiße Eisen in die gewünschte Form gebracht werden konnte.

„Die Kinder sollen und dürfen hier in der Schmiede alles selbst machen. Natürlich erkläre ich ihnen, was zu tun und zu beachten ist. Sie bekommen eine Schutzbrille, eine Lederschürze und Handschuhe, dann können sie loslegen“, erklärte der Familienvater. Und das ließen sich die Meinsberger Kinder nicht zweimal sagen. Mutig griffen sie zum Eisen und brachten die von Hobby-Schmiedemeister Hartmut Lehman mitgebrachten Stangen zum Glühen. Dann formten sie aus dem Eisenstück mit beherzten Hammerschlägen Herzen, Kringel, Haken oder Ösen. „Ich unterstütze und helfe natürlich dabei, aber den größten Teil der Arbeit machen die Kinder selbst. Sie dürfen dabei auch spüren, dass das Metall heiß ist und sie sorgsam mit den glühenden Kohlen umgehen müssen“, so Lehmann. Etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben, dass sei für die kleinen Nachwuchs-Schmiede am Ende das größte Erlebnis.

Etwas Spannendes und Außergewöhnliches für die Kinder in ihrer Freizeit anbieten zu wollen, das sei vor fünf Jahren auch der Auslöser für seine Idee gewesen. „Im Rahmen des Ganztagesunterrichtes hatte ich das Schmieden an der Schule meines Sohnes angeboten. Mittlerweile ist es so beliebt, dass ich an verschiedenen Einrichtungen und an Wochenenden in zahlreichen Orten zu Gast bin“, berichtet der Mann aus Colditz, der beruflich in einem ganz anderen Feld unterwegs ist. „Ich bin Anlagenfahrer in einer Biogasanlage“, verriet er.