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Dresden

Ein-Euro-Ticket auf den Weg gebracht

Die Dresdner Stadtverwaltung lotet nun aus, was der Günstig-Fahrschein die Kommune kosten würde.

Für einen Euro am Tag durch die Stadt fahren? Das wird nun intensiv geprüft.
Für einen Euro am Tag durch die Stadt fahren? Das wird nun intensiv geprüft. © dpa/Monika Skolimowska

Günstiger mit Bus und Bahn fahren? Die Stadt zieht nun doch in Erwägung, ein Ein-Euro-Ticket für Bus und Bahn einzuführen - ein Euro pro Tag, 365 Euro im Jahr. Auf Antrag der Linke beauftragte der Stadtrat den Oberbürgermeister am Donnerstag, die notwendigen finanziellen, infrastrukturellen und betrieblichen Voraussetzungen mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) und dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) zu prüfen. Derzeit gibt es keine Jahreskarte in Dresden. Stattdessen müssen sich Kunden Monatskarten kaufen. Im Abo kostet das im Jahr rund 623 Euro. Bis Ende September soll der OB einen Zwischenbericht vorlegen und eine Projektgruppe gründen, die das weitere Prozedere steuert. Außerdem soll parallel die Möglichkeit eines 15-Euro-Bildungstickets abgewogen werden.

Die CDU fordert zwar ebenfalls ein Ein-Euro-Ticket. Allerdings wollten die Christdemokraten die Kommunalwahl am 26. Mai abwarten – quasi als Bürgerentscheid über das Vorhaben. Außerdem sollte nicht die Stadtverwaltung mit den Verkehrsbetrieben in Verhandlungen treten, sondern der Stadtrat. „Die Verwaltung kann das, aber ich unterstelle ihr, dass sie es nicht will“, sagte CDU-Fraktionschef Jan Donhauser. Der CDU-Vorschlag bekam am Ende keine Mehrheit und die Fraktion stimmte gegen den Antrag der Linke.

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„Wir freuen uns sehr, bei diesem wichtigen Projekt einen Schritt vorangekommen zu sein“, sagt Stadtrat Jens Matthis (Linke). „Wir sind uns darüber im Klaren, dass sich dieses Ticket nur über eine Erhöhung des Zuschusses an die DVB – aus unserer Sicht einer Verdopplung auf 80 Millionen Euro jährlich – realisieren lässt. Dazu bekennen wir uns ausdrücklich.“

Seitens der Verkehrsbetriebe waren zuletzt Bedenken gegen ein Ein-Euro-Ticket vorgebracht worden. Man befürchte, dass die steigenden Fahrgastzahlen die Kosten nicht ausgleichen könnten. Von sechs bis zehn Millionen zusätzlichen Passagieren und einem weiteren Verlust von bis zu 32 Millionen Euro im Jahr war die Rede. Denn, um alle neuen Kunden transportieren zu können, müsste auch das Angebot ausgeweitet werden, was Geld koste. Schon jetzt seien die Busse und Bahnen gut ausgelastet. Außerdem würden Abo-Kunden ihr teureres Ticket in ein Ein-Euro-Ticket umwandeln, was mit Einnahmeverlusten einhergehen würde. Ob das Ticket kommt, muss letztendlich der neue Stadtrat entscheiden.