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Ein Exot steht im Weg

Ein kleiner Schönheitsfehler vermasselt Simon Schempp ein perfektes Wochenende.

© dpa

Von Sandra Degenhardt

Am Ende seines überragenden Antholz-Wochenendes kam der sonst eher besonnene Simon Schempp so richtig in Rage. Weil ihm der überrundete Japaner Yuki Nakajima ausgerechnet im Ansatz auf den Schlussspurt der Staffel vor die Füße lief, verlor Deutschlands bester Biathlet im Duell mit Anton Schipulin die alles entscheidenden Zentimeter. Am Ende reichte es für Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Schempp hinter Russland „nur“ zu Platz zwei. „Der läuft in einer Seelenruhe mitten auf der Strecke, alle brüllen. Ich weiß nicht, ob er taub auf den Ohren ist“, schimpfte Schempp.

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Trotz dieses kleinen Schönheitsfehlers und der Strafrunde von Doll waren Schempp und seine Kollegen zufrieden. Am Ende fehlte dem Weltmeister nur eine Sekunde zum Sieg. „Wir haben eine ordentliche Staffel abgeliefert. Der Ausgang ist aber ärgerlich“, sagte Schempp. Vor allem der Schwabe zeigte, warum er derzeit Deutschlands Nummer eins ist und sich gut sechs Wochen vor der WM immer mehr in die Rolle des großen Mitfavoriten bringt. Im Sprint hatte er zuvor seinen Weltcupsieg Nummer neun geholt und war hinter Schipulin Zweiter in der Verfolgung geworden. „Ich war dieses Jahr siebenmal auf dem Podium, deshalb ist das natürlich das Ziel bei der WM.“

Vier seiner zehn Rennen gewann der 27-jährige Schempp und wurde noch dreimal Zweiter, hat nur einen Erfolg weniger als der Weltcup-Gesamtführende Martin Fourcade. Und das, obwohl er Anfang des Jahres wegen einer zweiwöchigen Zwangspause vier Rennen auslassen musste. Schempp kann aufgrund der besseren Trainingsbelastbarkeit trotz deutlich höherer Umfänge jetzt selbst solche Rückschläge wegstecken. „Meine hart erarbeitete Grundlage ist sehr gut. Aber ich bin noch nicht wieder bei 100 Prozent.“

Bundestrainer Mark Kirchner ist von der Entwicklung seines Vorzeige-Athleten begeistert: „Simon war auch letztes Jahr schon ein Siegläufer, hat aber eine neue Stärke entwickelt, und das ist schon sehr beeindruckend. Eine WM-Einzelmedaille wäre mehr als verdient.“

Nach zuvor sechs Siegen und zehn weiteren Podestplätzen schafften es die Damen diesmal ohne die fehlenden Staffel-Weltmeisterinnen Laura Dahlmeier, Franziska Preuß und Maren Hammerschmidt erstmals in diesem Winter nicht auf das Podium. In der Staffel am Sonntag wurden Karolin Horchler, Gössner, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand nach zwei Strafrunden und 13 Nachladern nur Zehnte.

Doch Bundestrainer Gerald Hönig bringt das nicht aus der Ruhe: „Wir haben drei Hochkaräter als Ausfälle zu beklagen, und die Mädels haben schon so viel Hervorragendes geleistet. Wir werden uns jetzt nicht aus der Bahn werfen lassen oder unsere Konzeption umschmeißen.“ (dpa)