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Ein Fenster bringt es ans Licht

Der Bürgermeister entscheidet gern auf dem kurzen Weg.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Birgit Ulbricht

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Oelsnitz. Gemeinderätin Monique Trobisch fühlte sich „verarscht“, wie sie selbst sagte. Ihr Sitz-Nachbar Wolfgang Borowsky schüttelte nur den Kopf. Beide stimmten schließlich mit Nein, als es darum ging, 14 400 Euro für Arbeiten am Jugendklub Oelsnitz (7000 Euro) und am Herrenhaus (7400 Euro) nachträglich abzusegnen. Andere Gemeinderäte enthielten sich, schwiegen aber. Brüskiert waren sie dennoch, das war den Gesichtern anzusehen. Denn Bürgermeister Wolfgang Hoffmann hatte im Alleingang gebaut. Bis 5000 Euro je Rechnung hätte er kein Votum gebraucht. Noch im Herbst hieß es im Gemeinderat, es gebe keine weiteren Baumaßnahmen der Gemeinde. Der neue Haushalt ist noch nicht beschlossen. Dennoch war Hoffmann irgendwann in der Zwischenzeit in Oelsnitz gewesen und hat schließlich gesagt, „Na gut, es geht los hier“. Ein Loch sei der Jugendklub gewesen, schilderte er den Gemeinderäten, so sehe es bei manchen im Kohlenkeller nicht aus. Die Jugendlichen packten auch mit an, entrümpelten, kümmerten sich darum, ein paar andere Möbel heranzuschaffen. Bei der letzten Gemeinderatssitzung beteuerte ein junges Mädchen den verdutzten Gemeinderäten denn auch, es sei alles fertig, nur ein Fenster fehle noch. Das brachte diese freilich in Zugzwang. Sie wollten weder die jungen Leute abwatschen und waren dennoch verschnupft, dass alles ohne ihr Wissen abgelaufen war. Am Ende haben sie mehrheitlich zugestimmt, mit eben zwei Gegenstimmen. Allerdings schrieben sie in den Ratsbeschluss gleichzeitig hinein, dass Oelsnitz wegen der Geschichte die nächsten drei Jahre nicht mehr bedacht wird.