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Großenhain

Ein Fenster, das keines ist

Wer schaut da so fröhlich an der Großraschützer Straße auf die Fahrbahn? Eine Antwort findet nur, wer genau hinschaut.

Sind die echt, diese zwei Fenstergucker an der Kreuzung Meißner/Großraschützer Straße?
Sind die echt, diese zwei Fenstergucker an der Kreuzung Meißner/Großraschützer Straße? © Kristin Richter

Großenhain. Sind das Hänsel und Gretel, die da munter aus dem Fenster schauen? Oder Max und Moritz? In jedem Fall scheinen es fröhliche Kinder, so wie sie vor der Gardine dem Treiben vor ihrem Haus zusehen. Doch Moment mal, die bewegen sich ja gar nicht? Sind die echt? 

Nein. Beim Vorüberfahren wird man es kaum merken. Doch wer vom Fußweg genau hinschaut, sieht, dass hier keine echten Kinder am Fenster stehen. Sie sind gemalt. Das ganze Fenster ist nur gemalt. "Hier war vorher ein leerer Fleck", sagt Kathrin Philipp vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, der das Haus gehört.

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 Weil das die Symmetrie der Fensteranordnung störte, entschied sich die Genossenschaft im Vorjahr bei der Fassadenerneuerung, ein künstliches Fenster drauf malen zu lassen. "Ein echtes Fenster ist nicht möglich, da an dieser Stelle innen eine Wand ist", so Kathrin Philipp. 

Der Auftrag einer 3D-Gestaltung, so die Vorgabe, ging an die Firma Graco Berlin. Die hatte vor zwei Jahren für die Wohnungsgenossenschaft schon an der Käthe-Kollwitz-Straße einen Giebel mit einer 120-Quadratmeter-Gestaltung versehen. 

Die Umsetzung fand man so gelungen, dass den Berlinern auch der Hingucker an der Großraschützer Straße zugetraut wurde. So erscheint das Fenster nur optisch, und auch Hänsel und Gretel oder Max und Moritz sind lediglich gemalt.