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Ein Flair, das begeistert

Das 14. Kunstfest Meißen-Cölln steht bevor. Über 150 Künstler machen mit. Sichel und Sensen sind dieses Mal gern gesehen.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Meißen. Die SZ ahnte es schon im vergangenen Jahr. Ob Peter Hänke, Projektleiter des Kunstfestes wohl wirklich ins zweite Glied treten würde, wie 2017 von ihm angekündigt? Zweifelhaft. Die Antwort gibt er am Mittwochmittag selbst. Im Restaurant des Seniorenparks „carpe diem“ stellt der 70-Jährige wie gewohnt das Programm zum Meißner Kunstfest vor. Noch, so scheint es, geht es nicht ohne den Kenner, der durch seine Präsenz auf Messen in ganz Deutschland und seine guten Kontakte am besonderen Flair des Cöllner Straßenfestes großen Anteil hat.

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Dass dieses nicht nur von jährlich 20 000 bis 25 000 Besuchern, sondern auch den Profi- und Laienkünstlern goutiert wird, zeigt etwa das Beispiel von Kirstin Gottwald. Sie wird am 5. und 6. Mai einen von insgesamt 160 Ständen auf der Kunstmeile betreiben. In Handarbeit schafft die Schiefermalerin ihre Schieferschilder mit persönlichen Motiven oder Botschaften. In diesem Jahr wird die Künstlerin aus Rossau zum zehnten Mal nach Meißen kommen.

„Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, die das Fest verströmt. Das liegt zum einen an dem vielen Grün und der familiären Stimmung rund um die Johanneskirche. Zum anderen gefällt mir die Offenheit der Leute sehr gut“, nennt die 46-Jährige ihre Gründe für die alljährliche Rückkehr. Aber auch kommerziell stellen die zwei Tage jedes Jahr einen guten Erfolg für sie dar, so Gottwald.

In und um Meißen hat sich längst herumgesprochen, dass die Nachfrage auch internationaler Künstler das Platzangebot des Kunstfestes längst deutlich überschreitet. Zu Recht lobt Schirmherr und Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) daher die inzwischen sehr hohe künstlerische Qualität und Vielfalt. Peter Hänke pflichtet ihm bei und sagt, neben deutschen würden auch Künstler aus Lettland, Litauen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn ausstellen. Neben der beliebten Kindermeile des Vereins Hafenstraße, Führungen über den Johannesfriedhof mit Günter Naumann und dem Feuerwerk am Sonnabendabend um 22.30 Uhr, gibt es in diesem Jahr eine extra Mitmachbühne. Zudem wird sogar dem alten Handwerk bei dem unter dem Motto „Wir fahren in die Welt“ stattfindenden Kunstfest gefrönt.

Das führt konkret dazu, dass selbst Schneidewerkzeuge wie Sensen und Sichel gerne nach Cölln mitgebracht werden können. „Denn es wird einen Workshop geben, bei dem das Dengeln der Sensen und Sicheln vorgeführt wird“, sagt Peter Hänke. Dengeln bezeichnet für gewöhnlich ein Verfahren zum Schärfen der Klingen.

Zusätzlich zu den Ständen mit Kunst, Handwerk und Kulinarischem aus ganz Europa, werden auch diesmal außergewöhnliche Veranstaltungsorte rings um den Lutherplatz einbezogen. Dazu zählen die Johannes- als auch die St. Urbans-Kirche, der Heil- und Kräutergarten oder der Zweiseithof Quaas an der Dresdner Straße. Daneben stellen Meißner Künstler wie Karin Sauke im eigenen Atelier an der Zaschendorfer Straße 5 aus oder veranstaltet gleich nebenan die Galerie „Das Tor“ Lesungen der Autorengruppe „Elbtal“. Passend zum diesjährigen Motto dürfen sich Besucher des Kunstfestes auf Oldtimer der VGM freuen. „Denn“, so erläutert Organisator Peter Hänke, „der Stadtbus hatte 90 Jahre lang seinen Hauptsitz in Cölln.“ Dem Projektleiter ist die Vorfreude anzuhören. Das 14. Kunstfest kann kommen.

www.hafenstrasse-meissen.de/kunstfest