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Weißwasser

Ein Gablenzer muss nun dreifach arbeiten

Weil ein 20-Jähriger die gerichtlichen Auflagen nicht erfüllte und neue Taten hinzukamen, musste das Verfahren erneut aufgerollt werden.

© Peter Steffen/dpa

Weißwasser. Das hätte sich der Gablenzer ersparen können, wenn er schon etwas zeitiger verantwortungsvoller in seine Zukunft geblickt hätte. Die erste Verhandlung im Herbst 2019 wurde im Ergebnis eingestellt mit zwei Auflagen: 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, das hat der junge Mann auch geschafft. Nur mit dem Täter-Opfer-Ausgleich blieb er auf der Strecke, obwohl seitens der Jugendgerichtshilfe mehrfach angemahnt. Nachdem es gar keine Rückkopplung mehr gab, wurde die Hauptverhandlung nun neu aufgerollt. Dabei kam noch so einiges mehr zur Sprache.

Zwei Tatvorwürfe waren angeklagt. Am 2. Februar 2019 um 23 Uhr trat der Angeklagte in Weißwasser den Außenspiegel eines Skoda Oktavia ab. Der Sachschaden einschließlich Reparatur betrug 1.583,91 Euro. Am 6. März 2019 klaute er um 21 Uhr bei Kaufland am Sachsendamm in Weißwasser Kaugummis im Wert von 4,65 Euro. Nun wurde ihm Diebstahl in Tatmehrheit mit Sachbeschädigung vorgeworfen. 

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Schon in der ersten Hauptverhandlung hatte der Beschuldigte alles zugegeben. Die Taten erfolgten unter Alkoholeinfluss, Anlässe gab es nicht. Der Angeklagte hatte auch keine weitere Erklärung dazu. Weil er im Bundeszentralregister nicht vornotiert war, kam es zu besagter Verfahrenseinstellung mit den genannten Auflagen. 

Wie der Staatsanwalt wissen ließ, gab es einen erneuten Diebstahl. Nämlich am 20. September 2019 wieder bei Kaufland, da sollte eine Flasche Wodka im Wert von 14,99 Euro unerlaubt mitgehen. Geahndet wurde die Mauserei mit einem Strafbefehl über 300 Euro. Hinzu kommt aktuell noch ein Verstoß gegen die Corona-Hygienebestimmungen im öffentlichen Raum.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe verwies auf die schwierige Kinder- und Jugendzeit. Viele Jahre lebte der junge Mann bei den Großeltern. Der Tod des Opas vor zwei Jahren riss eine erneute Lücke. Der Vater des Angeklagten ist selbst Alkoholiker und wird von Amtsrichterin Sybille Adamsky betreut. Sie und der Staatsanwalt befanden, dass es wohl Synergieeffekte geben könnte. 

Das Alkoholproblem des Angeklagten ist jedenfalls klar. Darauf zielte auch das neue Urteil ab. Nach Jugendstrafrecht erging die Weisung, bis zum 30. August 2020 dreimal die Suchtberatung in Weißwasser zu kontaktieren und weitere 20 Stunden gemeinnützige Arbeit bis zum 30. Juli abzuleisten. Auch die Geldstrafe aus dem Strafbefehl will der 20-Jährige in gemeinnützige Arbeit umwandeln lassen. Seine Zukunft sieht er in einer Ausbildung zum Mechatroniker. Dieses Ziel möchte er in den alten Bundesländern verfolgen. (Jost Schmidtchen)

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