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Ein Gerücht und seine Folgen

Eintracht Braunschweig ist Torsten Lieberknecht und umgekehrt. Als er mit Union Berlin in Verbindung gebracht wird, sorgt das für mehr Unruhe als die brisante Lage in der Tabelle.

© Robert Michael

Von Daniel Klein

Dresden. Gleiche Punktzahl, Tabellennachbarn, der Zwölfte empfängt den 13. – mehr Nähe geht kaum. Normalerweise wäre das Untere-Mittelfeld-Duell so kurz vor dem Saisonende kein wirklich spannendes. Doch da in dieser Zweitliga-Saison nichts normal ist, und sowohl Braunschweig als auch Dynamo nur zwei Punkte vom Abstiegs-Relegationsplatz trennen, ist die Partie am Sonntag eine mit einer besonderen sportlichen Brisanz. Die Eintracht ist durch die 0:2-Niederlage am Ostersonntag in Bochum wieder in diese Region gerutscht, größere Unruhe löst das bei den Niedersachsen jedoch nicht aus. „Für uns ist die Situation nicht neu. Wir sind schon im Dezember davon ausgegangen, dass es so aussehen wird“, erklärte Trainer Torsten Lieberknecht über die extreme Enge in der Tabelle. „Damit haben wir uns psychologisch schon früh beschäftigt.“

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Für Braunschweig gilt wie für Dynamo: Die Saison sollte eigentlich anders verlaufen, mit dem Abstieg jedenfalls wollten beide Vereine nichts zu tun haben. In Aufstiegsnähe kam die Eintracht, die 2013/14 letztmals im Oberhaus spielte, in dieser Saison nur einmal und kurzzeitig. Nach dem zweiten Spieltag lag die Mannschaft auf dem vierten Platz, danach kontinuierlich im unteren Mittelfeld. Der Trainer stand in Braunschweig – ähnlich wie in Dresden – deshalb aber nie zur Diskussion. Lieberknecht ist seit 2008 Cheftrainer, vorher war er Präsidiumsmitglied, Juniorencoach und Spieler – mehr Vereinstreue geht nicht. Hinter dem Heidenheimer Frank Schmidt ist er damit der dienstälteste Trainer in den Bundesligen. Für Aufregung sorgte vor einem Monat lediglich das medial verbreitete Gerücht, der 44-Jährige soll sich für die neue Saison bereits mit Union Berlin geeinigt haben. Der Sender Sport1 preschte am weitesten vor und musste dann eine Richtigstellung veröffentlichen: „Es gibt keine Verhandlungen mit Herrn Lieberknecht, es gab kein diesbezügliches Treffen und es gibt keine weitestgehende Einigung.“ Seitdem ist wieder Ruhe eingekehrt, Lieberknechts Vertrag läuft noch bis 2020.

Wie lang es noch für Quirin Moll bei der Eintracht weitergeht, ist da schon ungewisser. In den vergangenen vier Partien stand der Ex-Dynamo keine einzige Minute auf dem Platz, gehörte teilweise nicht mal zum Kader. Lediglich auf 13 Einsätze kam der 27-Jährige bisher, vorige Saison, die erste nach seinem Weggang aus Dresden, war er Stammspieler. Richtig gute Argumente kann Moll nicht vorbringen, von den vergangenen vier Partien verlor Braunschweig nur das letzte gegen Bochum. Im eigenen Stadion gewann Eintracht sogar die letzten drei Duelle.

Dynamos Bilanz gegen Braunschweig: 19 Spiele, 5 Siege, 7 Remis, 7 Niederlagen; 22:24 Tore.