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Ein Gold für die Ewigkeit

Der Dresdner Bobanschieber Martin Grothkopp beschert den Leichtathleten eine Premiere.

© Jan Huebner

Von Jochen Mayer

Dresdens Leichtathleten feierten am Sonnabend ihren ersten Olympiasieger. Martin Grothkopp gehörte bei den Winterspielen in Pyeongchang zu den Anschiebern, die den Viererbob von Francesco Friedrich auf Goldtempo brachten. Nach dem Empfang auf Dresdens Flughafen, auf dem Pirnaer Marktplatz und nach dem Auftritt beim MDR-Riverboat wartete am Sonnabend auf den deutschen 400-Meter-Meister von 2009 eine besondere Party.

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Die Leichtathleten, seine Familie, Wegbegleiter, Freunde, Fans und Unterstützer feierten den 31-Jährigen in der Trainingshalle des Dresdner SC, wo seine sportlichen Grundlagen gelegt wurden, bis er 2013 zum Wintersport wechselte. In der Halle trainiert der gebürtige Dresdner immer noch, um sich für den optimalen Anschub fit zu machen. Er startet zwar für den BSC Sachsen Oberbärenburg in die Eisrinnen dieser Welt, ist aber nach wie vor DSC-Mitglied bei den Leichtathleten. Die konnten weder beim Dresdner SC noch beim SC Einheit Olympiasieger feiern. Deshalb genossen sie nun die Premiere.

Der gefeierte Grothkopp staunt seit Tagen darüber, wie herzlich die Olympiahelden empfangen wurden. „So eine Begeisterung habe ich nicht erwartet“, sagt er. Und immer wieder erzählen ihm Leute, dass sie nachts aufgestanden sind, um ihm am Fernseher die Daumen zu drücken. „Das ist ein schönes Gefühl, zu wissen, wie viele hinter uns stehen.“ Nach seinen beiden WM-Goldmedaillen musste der erfolgreiche Umsteiger auch viele Hände schütteln, „das lässt sich aber nicht vergleichen mit dem jetzigen enormen Zuspruch. Olympia hat eine ganz andere Dimension. Es ist wohl tatsächlich ein Erfolg für die Ewigkeit.“ Und immer wieder muss er erzählen, wie es in Südkorea war, wann sie sicher sein konnten, dass es zum Olympiasieg reicht, und wie sich das jetzt anfühlt, am Ziel aller Träume zu sein. „Ich habe tatsächlich vom Gold geträumt“, gesteht der Exsprinter. „Und jetzt, da ich die Medaille habe, brauche ich sicherlich einige Zeit, bis das alles verarbeitet ist.“ Wie real sein Gold ist, wollen die meisten seiner Gratulanten im Wortsinn erfassen. „Immer wieder möchten Leute die Medaille anfassen“, erzählt Grothkopp. „Ich weiß nicht, wie viele sie schon in der Hand hatten. Dabei wundern sich die meisten, wie schwer sie ist.“ Das hat seinen Grund: Dinge für die Ewigkeit brauchen ihr Gewicht.