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Ein Hauch von Allianz-Arena an der Röder

Für die neue Sporthalle am Eichenhain ist ein Entwurf da. Der Bau soll möglichst vielen Nutzern gerecht werden.

© Bauplanungsbüro Lehmann

Von Eric Weser

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Gröditz. Wenn der FC Bayern daheim in München spielt, dann sieht man das dem Stadion an. Denn die Allianz-Arena im Norden der Landeshauptstadt lässt sich durch LED-Beleuchtung in die Vereinsfarbe Rot hüllen. So etwas ist vielleicht auch bald in Gröditz möglich. Zwar soll die neue Sporthalle am dortigen Eichenhain nur einen kleinen Bruchteil des Münchner 340-Millionen-Euro-Stadions kosten. Farbspiele könnten dank viel Glas und LED-Beleuchtung auch in der Röderstadt möglich werden. Das stellte zumindest Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) mit einem Augenzwinkern im Stadtrat in Aussicht. Bei dessen Treffen am Dienstag wurde der Entwurf der geplanten Sportstätte vorgestellt.

Eine lichtdurchlässige Konstruktion im oberen Bereich soll dafür sorgen, dass tagsüber Sonnenlicht in die Halle hineinfluten kann. Im Inneren sollen Aktive und Zuschauer direkten Kontakt zueinander haben können – Tribüne und Spielfeldrand sind wie die mei
Eine lichtdurchlässige Konstruktion im oberen Bereich soll dafür sorgen, dass tagsüber Sonnenlicht in die Halle hineinfluten kann. Im Inneren sollen Aktive und Zuschauer direkten Kontakt zueinander haben können – Tribüne und Spielfeldrand sind wie die mei © Bauplanungsbüro Lehmann
© Grafik: SZ

Die Planung der neuen Zwei-Feld-Halle kommt vom Gröditzer Bauplanungsbüro Lehmann. Präsent aber auch nicht zu wuchtig – so haben die Architekten das Gebäude konzipiert. Schließlich werde die Halle künftig das letzte Gebäude am Stadtrand sein. Langgestreckt, abgestuft und vor allem im oberen Bereich transparent kommt der Bau deshalb daher.

Für Transparenz soll vor allem eine Verglasung des oberen Hallenbereichs sorgen. Eine Wärmedämmung im Glas werde die ganztägige Durchflutung des Baus mit Sonnenlicht ermöglichen, aber auch verhindern, dass sich das Gebäude unnötig aufheizt, so die Planer. Damit man von außen nicht direkt in die Halle hineinsehen kann, wird eine Art Milchglas verwendet, das auch das Sonnenlicht streut und so tagsüber gleichmäßig in der Halle verteilt. Abends soll eine helle Hallenbeleuchtung durch das Glas in die Umgebung hinein wirken und anzeigen, dass drinnen in der Halle was los ist. Äußerlich wirkt der Entwurf zweigeschossig und es wird auch zwei Etagen geben. Das sei nötig, um die geforderte Raumhöhe von mindestens sieben Meter zu erreichen, so die Bauplaner.

Oben wird vor allem die Haustechnik untergebracht. Einige Stehplätze auf einer Galerie wird es auch geben. Alles, was für den Trainings- und Wettkampfbetrieb wichtig ist – Spielfeld, Umkleiden, Toiletten, Miniküche, separat verschließbare Abstellräume – wird hingegen auf Erdgeschossniveau liegen. Das macht die Halle nicht nur barrierefrei, sondern sorge auch für geringere Kosten beim Brandschutz, so die Planer.

Von der Kapazität soll der Neubau der bestehenden Sporthalle am Eichenhain in nichts nachstehen. Bis zu 500 Menschen werde die Halle Platz bieten. Allein 250 feste Sitzplätze soll es auf der vierstufigen Tribüne direkt am Spielfeldrand geben. Hinzu kommen Stehplätze für Besucher. Die vier geplanten Umkleiden sind auf je bis zu 24 Sportler ausgelegt. Ein Fassungsvermögen, das vor allem bei größeren Wettkämpfen wie den Hallenfußballturnieren des FV Gröditz ausgeschöpft werden dürfte. Neben dem Wettkampfbetrieb soll die Halle aber vor allem fürs Training der verschiedener Sportgruppen genutzt werden. Und auch Gröditzer Oberschüler werden auf dem 40 mal 20 Meter großen Spielfeld schwitzen.

Mit dem Entwurf für die neue Halle will sich die Stadt jetzt verstärkt ums Geld kümmern, damit der Neubau die Stadtkasse am Ende nicht zu sehr belastet. Bürgermeister Jochen Reinicke will für das Millionenprojekt die höchstmögliche finanzielle Unterstützung durch den Freistaat erreichen. Bis zu 90 Prozent Fördermittel sind drin, gibt sich der Stadtchef optimistisch. Ende März muss die Stadt ihre Planungen bei der Fördermittelstelle abgeben.

Bis die Sportler die Halle in Beschlag nehmen können, wird es wohl noch reichlich zweieinhalb Jahre dauern. Die Planungen gehen von Baubeginn Anfang nächsten Jahres aus, fertig sein soll der Hallenneubau dann im dritten Quartal 2019.