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Ein Jahr des Straßenbaus

In der Kamenzer Innenstadt werden 2018 teilsweise zwei Parallelstraßen gleichzeitig saniert. Das wird eine Mammutaufgabe.

© Matthias Schumann

Von Frank Oehl

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Kamenz. Ab Freitag wird für zwei Wochen der Haushaltsentwurf der Stadt Kamenz für dieses Jahr im Rathaus ausliegen. Beziehungsweise digital aufgearbeitet auf der Homepage der Stadt. Interessant für die Leute ist vor allem das Investitionsprogramm für 2018. Allerdings gehört einiges dazu, sich in den Tabellen der mittelfristigen Finanzplanung zurechtzufinden. Ein interessantes Thema ist in jedem Jahr das Geschehen auf den kommunalen Straßen. Vor allem in der Innenstadt hat sich das Rathaus viel vorgenommen. An das womöglich schwierigste Vorhaben verwies OB Roland Dantz jüngst in seiner Neujahrsansprache. „Wir wollen die Grüne Straße und die Wallstraße, einschließlich der Medieninfrastruktur, ausbauen. Dies wird noch einmal eine wirkliche Mammutaufgabe und verlangt auch viel Verständnis von allen Beteiligten.“ Dies hängt nicht zuletzt von der Zeitschiene ab, die ja bei den beiden auf den Felsen (Kamenz – „Stadt am Stein“) hochführenden Parallelstraßen auch parallel erfolgt, also nicht nacheinander, was nahe gelegen hätte. Die SZ stellt die wichtigsten Straßenbauvorhaben in der Innenstadt noch mal näher vor:

Ausbau der Wallstraße wird 35 000 Euro teurer als geplant
Anfang März wird das Vorhaben „Ausbau Wallstraße“ gestartet. Den Zuschlag im Vergabeverfahren, an dem sich drei Bieter beteiligten, hat die Firma HEF Flottmann Tiefbau aus Lomnitz erhalten. Der Gesamtumfang der Baumaßnahme, die bis 30. Oktober abgeschlossen sein soll, beträgt knapp 200 000 Euro. Knapp ein Viertel der Straßenbaukosten im Bereich der Mediengräben übernehmen der Abwasserzweckverband Obere Schwarze Elster (AZV) beziehungsweise die Ewag Kamenz selbst. Alle Angebote lagen über der ursprünglichen Kostenberechnung. OB Roland Dantz: „Wir müssen die gestiegenen Baukosten in Rechnung stellen.“ Hier sind es 35 000 Euro, die aus der Liquiditätsreserve der Stadt abgedeckt werden.

Gleichzeitig wird die Grüne Straße saniert – mit 15 000 Euro Mehrkosten
Die Firma Flottmann Tiefbau aus Lomnitz erhielt auch bei der Parallelstraße zur Wallstraße den Zuschlag. Die Grüne Straße wird gleichzeitig saniert, was eine völlig veränderte Verkehrsführung hinauf in die Stadt bedingt. Rathaussprecher Thomas Käppler: „Das Konzept dafür ist in der Planung schon weit fortgeschritten. Eine wichtige Beratung steht in der kommenden Woche noch an.“ Mit Belastungen für Händler und Gewerbetreibende dürfte zu rechnen sein. Der Straßenausbau kostet hier knapp 140 000 Euro, AZV und Ewag sind mit 45 000 Euro dabei. Die gestiegenen Baukosten schlagen sich in einer Mehrausgabe aus der Reserve von 15 000 Euro nieder.

Mit der Sanierung der Weinbergstraße wird ein ganzer Verkehrszug fertig
Ebenfalls ab Anfang März ist jetzt der Ausbau der Weinbergstraße festgezurrt. Hier gab es im Ausschreibungsverfahren vier Angebote, und das wirtschaftlichste machte die DIW mbH in Kamenz. Es lag nur geringfügig über dem geplanten Budget. Der Straßenbau kostet reichlich 300 000 Euro, eine anteilige Beteiligung der Ewag und des AZV ist nicht vorgesehen. Die Medienträger machen aber ihren Part natürlich selbstständig. Ziel ist es, das Vorhaben bis 26. Oktober abzuschließen. OB Roland Dantz: „Damit wäre dann der gesamte Verkehrszug von der Saar- über die Goethestraße bis hoch zum Bahnhof endlich in einem guten Zustand.“ Was ja vor allem auch die Starkregen-Lagen berührt, die meist viel Wasser vom Hutberg mit sich bringen.

Ernst wird es mit der Verlängerung der Haberkornstraße an der Lessingschule
Ein bedeutsames Straßenbauvorhaben der Stadt ist die schon vor mehr als 100 Jahren angedachte Fortführung der Haberkorn- bis auf die Hoyerswerdaer Straße. Es geht um die bessere Erschließung des künftigen Lessing-Gymnasiums mit dem Erweiterungsbau. Die Straße mit Stützwand baut ab 5. März das Unternehmen Martin Stolle GmbH Königswartha. Elf Angebote lagen vor. Die Gesamtkosten für beide Lose betragen 430 000 Euro. Bis 31. August soll die Verlängerung bauseitig klar sein.