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„Ein kleiner Schritt auf meinem Weg“

Biathlet Justus Strelow von Stahl Schmiedeberg hat sich seinen Traum erfüllt. Er wurde erstmals für den IBU-Cup nominiert.

© © by Matthias Rietschel

Von Stephan Klingbeil

Schmiedeberg. Der nächste Schritt ist getan: Nach dem Gesamtsieg im Deutschlandpokal im vergangenen Winter hat Sachsens bester Biathlet Justus Strelow den Sprung in den IBU-Cup geschafft. Nach dem zweiten Teil der Deutschen Meisterschaften in Oberhof wurde der 21-jährige Sportsoldat von der SG Stahl Schmiedeberg für die zweithöchste internationale Rennserie nominiert.

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Dabei hatte Strelow nach einem fünften Platz im Sprint und Rang acht in der Verfolgung beim ersten Teil der Titelkämpfe in Altenberg-Zinnwald auf seiner Trainingsstrecke in Oberhof nur Platz 14 im Massenstart belegt, zwei Plätze hinter dem für Belgien startenden Altenberger Michael Rösch. Ausgerechnet im letzten von vier Schießen leistete sich Strelow zwei Fehler, insgesamt waren es fünf. Somit war die erhoffte bessere Platzierung passé.

In der Staffel wurde er später nach solider Leistung mit Klubkollege Nico Klemm und dem Baden-Württemberger Marvin Schumacher, der für den erkrankten Darius Lodl (SV Hermsdorf) einsprang, Zehnter. Da hatte er sein Ticket jedoch schon gelöst.

„Ehrlich gesagt, dachte ich nach dem Massenstart, ich habe den IBU-Cup-Start mit dem letzten Schießen weggeschmissen“, sagt Strelow. Umso größer war dann die Freude, als er von seiner allerersten Nominierung für den IBU-Cup erfuhr. „Die Erleichterung war groß, für mich ist die Qualifikation aber nur ein kleiner Schritt auf meinem Weg, auf dem hoffentlich noch weitere Schritte folgen“, so der aus Hermsdorf im Erzgebirge stammenden Biathlet.

Zum Auftakt nach Schweden

„Es war die Gesamtleistung, die bei ihm stimmte“, sagt Peter Bachmann, Leitender Trainer am Bundesstützpunkt Altenberg. Als Elfter der internen Rangliste von insgesamt zwölf Startern in Weltcup und IBU-Cup habe er sich verdient qualifiziert. Das habe vom sächsischen Stützpunkt lange keiner aus dem Osterzgebirge mehr geschafft. Schmiedbergs Tina Bachmann war vor über drei Jahren zuletzt dort gestartet.

Bei Strelows Heimatverein SG Stahl, wo der Hermsdorfer als Sechsjähriger mit dem Biathlonsport begann, und ebenso am hiesigen Bundesstützpunkt ist die Freude über die Qualifikation groß. „Justus weiß, was er will. Schon als Schüler hat er aber nie lang-, sondern mittelfristig geplant. Er ist zielstrebig und konzentriert.“, erklärt Bachmann.

Für Strelow gilt es jetzt, sich im IBU-Cup-Starterfeld zu beweisen. Wer sich aus dem deutschen Sextett in den ersten drei Rennen im schwedischen Idre, sowie im italienischen Ridnaun und in Obertilliach in Österreich behauptet, bleibt im Kader.

„Den letzten beißen dann die Hunde, wie man so schön sagt“, erklärt Strelow. „Von unten kommt Druck, gerade bei den Männern war es bislang eng. Daher will ich meine Leistungen im IBU-Cup bestätigen.“ Er will „saubere Rennen“ abliefern, gute Schieß- und Laufergebnisse zeigen. „Fehler, wie sie mir in Oberhof passiert sind, darf man sich auf internationaler Bühne nicht leisten. Das kostet 10 bis 15 Plätze“, sagt er. Wenn es richtig gut läuft, habe er Chancen auf eine Platzierung unter den Top 15.

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Ende November geht es für ihn zum IBU-Cup-Auftakt nach Schweden. „Im Winter war ich noch nie in Skandinavien“, sagt Strelow. „Ich freue mich drauf und hoffe, es wird auch kalt.“ Das liege ihm besser. Weitere Athleten vom Stützpunkt Sachsen, die auf internationaler Ebene starten werden, sind Denise Herrmann (Oberwiesenthal) im Weltcup und Hanna Michelle Hermann (Schwarzenberg), die für die ersten Rennen im IBU-Cup der Juniorinnen nominiert ist.