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Görlitz

Ein Konzert der Besonderheiten

Liszt und Mozart erklingen am Sonntag in der Görlitzer Kreuzkirche. Doch es steckt mehr dahinter.

Groß ist stets die Resonanz auf die Konzerte des Görlitzer Bachchores.
Groß ist stets die Resonanz auf die Konzerte des Görlitzer Bachchores. © Nikolai Schmidt

Als wäre dieses Konzert nicht bereits eine große Herausforderung, erhielt Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger jetzt auch noch eine Hiobsbotschaft: Die Sopranistin sagte ihm wegen einer kurzfristigen Erkrankung ab. Auf sie aber kommt es am Sonnabend besonders an. Denn Mozart schrieb sein „Exsultate jubilate“ den Sopranistinnen aller Zeit auf den Leib.

Das Konzert des Bachchores am Sonnabend in der Kreuzkirche ist wieder mal ein besonderes. Das beginnt bei den Solisten: die Französin Johanna Brault studierte in Toulouse sowie Paris und war in Görlitz schon mit der Neuen Lausitzer Philharmonie zu erleben. Der Tenor Timo Rößner hat trotz seiner jungen Jahre bereits große Erfahrung mit Oratorien und Kirchenmusik gesammelt, und der Dresdner Bassist Andreas Scheibner stand schon auf den großen Bühnen der Welt wie New York, Paris oder Wien.

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Auch das Konzertprogramm bietet selten zu Hörendes. Denn neben dem Mozart-Bestseller erklingt Franz Liszts „Missa Solemnis“. Da denkt man zuerst und gleich an Ludwig van Beethoven. Doch dessen Messe aus dem Jahr 1823 erklingt nicht, sondern diejenige Messe von Franz Liszt, uraufgeführt 1856. „Meines Wissens nach ist sie noch nie in Görlitz aufgeführt worden“, sagt Reinhard Seeliger.

Es ist ein besonderes Werk, das zur Einweihung der Kathedrale in Estergon (Ungarn) erstmals erklang und mit den Traditionen der Kirchenmusik brach. Schon Jahrzehnte zuvor hatte Liszt seine Vorstellungen über die neue Kirchenmusik beschrieben. Sie solle „weihevoll, stark und prachtentfaltend und einfach, feierlich und ernst, feurig und ungezügelt, stürmisch und ruhevoll, klar und innig“ klingen. Der Hoyerswerdaer Kirchenmusiker Johannes Leue, dessen Oratorienchor ebenso mitwirkt, beschreibt die Wirkung der Messe so: „mit viel feierlichem Pathos angereichert, ihre weitgefächerte Klanglichkeit erinnert an eine große, romantische Orgel. Auch mit der Besetzung wurde nicht gespart.“

Der Bachchor jedenfalls weiß mittlerweile um die Schwere der Partitur. „Liszt hat bei diesem Stück an nichts gespart: Wir sehen fünf Kreuze, zweifach punktierte Noten, 9/4 Takte ... und immer wieder Tempiwechsel. Was im Konzert leicht, wogend oder auch akzentuiert fest klingen soll, ist im Moment noch Arbeit“, schreibt der Chor auf seiner Facebookseite. Doch bleiben die Sänger optimistisch und schreiben ebenso: „Nach einem intensiven Probenwochenende sortiert es sich aber langsam.“

Und seit Mitte der Woche ist aus dem Solistentrio auch wieder ein Quartett: Die Freiberger Sopranistin Jana Büchner, die mit allen sächsischen Spitzenorchestern zusammenarbeitet, gab Seeliger ihre Zusage für das Konzert.

Das Konzert am Sonnabend beginnt 17 Uhr in der Kreuzkirche. Karten gibt es bei Görlitzinformation und an der Abendkasse. Am Sonntag wird das Konzertprogramm in der Johanneskirche Hoyerswerda ein zweites Mal geboten, ab 17 Uhr.

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