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Ein Leben aus Schokolade

Wovon andere träumen, das rührt Jacqueline Hormes einfach selbst ein. Und Tipps für Genießer hat sie auch.

© René Meinig

Von Henry Berndt

Dresden. Es muss nicht immer Vollmilch sein. Schon mal Schokolade mit Kurkuma probiert? Mit Curry, Muskat oder Balsamico? Nichts ist für Jacqueline Hormes so abwegig, dass sie es nicht mal in einer neuen Kreation versuchen würde.

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Dadurch ist sie gerade auf ihren neuen Favoriten gekommen: Melone-Dill-Schokolade. Auch die Kombination Lavendel und Erdbeere hat sie sofort überzeugt. Geräucherter Paprika war dagegen ein Reinfall, genauso wie schwarze Olive. „Das ging echt gar nicht“, sagt die 37-jährige Schokoladenkönigin. Ihr „Pralinenherz“ schlägt seit zwei Jahren auf der Coschützer Straße in Plauen.

Hier betreibt sie ein kleines Café, gibt Pralinenseminare, richtet Kindergeburtstage aus – und stellt vor allem ihre einzigartigen Schokoladentafeln und Pralinen her. „Bei mir geht das schon so in die Kräuterhexenrichtung“, sagt sie. „Im Kopf habe ich noch viele Produkte, aber gerade einfach keine Zeit, sie auszuprobieren.“

Jacqueline Hormes ist über die Leidenschaft zur Schokolade gekommen. Ganz am Anfang ihrer Berufskarriere hatte sie mal eine Ausbildung als Konditorin angefangen, dann aber doch BWL studiert. Jahrelang arbeitete sie bei einem Personaldienstleister – und doch blieb die eigene Schokolade immer ihr heimlicher Traum.

Als sich 2008 ihr Sohn angekündigte, dachte sie sich: Wenn nicht jetzt, dann nie. Ganz allein fing sie im Keller an. Ihre Arbeitsmittel: ein Kühlschrank und ein Herd. Sie machte ein Praktikum bei einem Schokoladen-Produzentem und setzte dann alles auf diese Karte – mit Erfolg.

Heute hat sie 30 Sorten Schokolade und genauso viele Pralinen im Angebot. Als vor drei Jahren der Lebensmittelgigant Rewe auf sie aufmerksam wurde, musste Jacqueline Hormes sich schleunigst neue Produktionsräume suchen, um halbwegs mit der Nachfrage Schritthalten zu können. Fündig wurde sie in Plauen. Heute gibt es ihre Tafeln in zwölf Dresdner Rewe-Märkten – und sie haben ihren Preis: 100 Gramm kosten glatt 5 Euro. Dennoch brummt das Geschäft. Die Dunkle mit Himbeer-Meersalz ist der Bestseller, Mango-Papaya ständig vergriffen.

Die steigende Nachfrage nach regionalen Produkten hilft da sehr. „Vor zehn Jahren hätte das vermutlich noch nicht so funktioniert“, sagt sie. „Außerdem ist das Bewusstsein der Leute für Handarbeit wieder gewachsen.“ Konservierungsstoffe und künstliche Aromen spielen bei ihr keine Rolle. Nur die Schokoladenmasse kauft sie fertig ein. Drei Maschinen halten sie auf ein halbes Grad genau auf Temperatur: einmal Milchschokolade, einmal Dunkel, einmal Weiß. Der Rest ist Kräuterhexenhandwerk. Im Lager stehen schwarze Plastikkisten voller Rohstoffe: Safran, Muskat, grüner Tee. Selbst die Lavendelblüten werden im Topf ausgekocht.

Wichtig ist Jacqueline Hormes, dass das Ergebnis dieser Mühen nicht einfach vor dem Fernseher weggeputzt wird. „Viele Menschen haben es verlernt, bewusst zu genießen und in diesem Moment mal nichts anderes zu machen.“ Schokolade, das sei eine Sünde für alle Sinne. Man könne sie anfassen, sie brechen hören, sie riechen – und sie schließlich schmecken, möglichst mit geschlossenen Augen.

Zu Jacqueline Hormes‘ wichtigsten Vorkostern gehört ihre Oma, die sich neulich auch an die Rauchsalz-Schokolade wagte. Das zufriedene Resümee der 87-Jährigen: „Schmeckt nach Schinken!“