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Ein Misserfolg nutzt nur den Extremisten

über die schwierigeSuche nach einemNahost-Frieden

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Von [email protected]

Deutlicher konnten die militanten Palästinenser nicht demonstrieren, was sie von einem Nahost-Frieden halten. Mit der Ermordung von vier Israelis haben die Attentäter der radikal-islamischen Hamas-Bewegung auch die Verhandlungen attackiert, die Israel und die Palästinenser in Washington führen wollen.

Wer nun fordert, die Gespräche gar nicht erst aufzunehmen, folgt der kruden Logik der Hamas-Aktivisten. Deren Absicht ist es ja gerade, einen friedlichen Interessenausgleich zwischen Israelis und Palästinensern um jeden Preis zu verhindern.

Denkbar schlecht sind die Aussichten auf einen Erfolg der Gespräche. Der Hamas-Anschlag schwächt nicht nur die Verhandlungsposition von Palästinenserpräsident Abbas. Er setzt auch Israels Premier Netanjahu innenpolitisch unter Druck. Zeigt er sich gegenüber den Palästinensern zu nachgiebig, riskiert er den Bruch seiner Koalition.

Unter diesen Prämissen dürfte es beiden Seiten schwerfallen, die unausweichlichen Kompromisse zu schließen – hier die Zustimmung zur Gründung eines palästinensischen Staates und der Stopp des Siedlungsbaus; dort die Anerkennung des Existenzrechts Israels einschließlich entsprechender Sicherheitsgarantien. So lautet der Minimalkonsens, ohne den es keinen Frieden im Nahen Osten geben wird. Scheitert auch dieser x-te Anlauf, profitieren wieder nur die Radikalen auf beiden Seiten.