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Ein neuer Mann an Vettels Seite

Nach dem Ende der Sommerpause muss Red Bull eine wichtige Personalie klären.

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© dpa

Von Jens Marx

Vier Wochen sind genug. Es wird wieder ernst für Sebastian Vettel und seine gierigen Verfolger. Nach der Zwangsruhe muss sich die Formel 1 nun wieder auf turbulente Tage und Wochen gefasst machen. Zwei Europa-Rennen noch, dann geht es auf eine kräftezehrende Überseereise via Singapur, Südkorea, Japan, Indien, Abu Dhabi und Texas bis zum Finale in Brasilien. Doch Titelverteidiger Vettel kann und will schon vorzeitig seine vierte WM-Mission zu Ende bringen. Was man wissen muss, vor dem Start in die zweite Saisonhälfte mit dem Großen Preis von Belgien, an diesem Wochenende auf dem faszinierenden Kurs in Spa-Francorchamps:

Der Titelverteidiger

Vettel blieb sich auch in dieser Sommerpause, in der die Team-Werkstätten traditionell geschlossen blieben, treu. Er tauchte ab. So gut wie nichts zu hören, so gut wie nichts zu lesen war vom 26-jährigen Heppenheimer. Für Vettel galt: keine Experimente, das gewohnte Programm – Simulator-Training in Milton Keynes, ehe es gen Ardennen geht. Die wirklichen Paradestrecken für den Dominator kommen dann in Asien.

Die Verfolger

Viele sind nicht mehr übrig. Vettels Vorsprung selbst auf Kumpel Kimi Räikkönen und Erzrivale Fernando Alonso auf den Rängen zwei und drei ist bereits enorm.
Räikkönen hat im Lotus 38 Punkte weniger als Vettel. Doch die Strecke liegt ihm, die vier Siege in Spa sind sicher kein Zufall. „Du bekommst diese Art von Gefühl nirgendwo sonst“, macht der Finne dem Traditionskurs mit seinen Hochgeschwindigkeitskurven eine Liebeserklärung. „Für mich ist das die großartigste Rennstrecke der Welt. Sie ist mein Lieblingsplatz.“

Alonso, der noch nie in Belgien gewann, trennen 39 Zähler von Vettel. Ferrari hat die Hoffnung auf den WM-Titel trotzdem noch nicht aufgegeben. „Es ist noch alles drin, und wir haben so etwas schon früher durchgestanden“, erklärt Teamchef Stefano Domenicali. „Neun ausstehende Rennen bedeuten, dass noch 225 Punkte zu holen sind. Unsere Ziele, die wir uns vor der Saison gesetzt haben, sind noch in Reichweite.“

48 Punkte trennen Lewis Hamilton nach dessen Premierensieg im Mercedes vom Spitzenreiter. Die Silberpfeile werden mit Neuerungen in die Ardennen reisen. „In Spa und auch in Monza haben wir noch mal große Updates. Abhängig von den Ergebnissen müssen wir danach entscheiden, welchen Weg wir für den Rest der Saison gehen“, sagt Teamchef Ross Brawn.

Die Personalfrage

Den wohl begehrtesten Job dürfte Daniel Ricciardo bekommen. Daniel wer? Ein australischer Strahlemann, der im Red-Bull-B-Team Toro Rosso in dieser Saison schon starke Ergebnisse einfuhr. Alles deutet auf seine Beförderung hin, wie sie einst auch Vettel erlebte. Denn Räikkönen wechselt nicht zu Red Bull. Sein Manager meldete sich jetzt zu Wort. Von „nicht erfolgreichen Verhandlungen“ sprach Steve Robertson. „Es ist wahr, Kimi wird 2014 nicht für Red Bull fahren.“

Damit ist der Weg für Ricciardo frei. Mit dem 24-Jährigen stärkt Red Bull vor allem Vettels Position, der dreimalige Weltmeister wird damit auch teamintern endgültig zum Platzhirsch. Nach Jahren, in denen er seine Titel nicht nur mit, sondern auch gegen den Stallrivalen Mark Webber errungen hatte, bekäme er nun einen klaren zweiten Mann zur Seite gestellt. Ein Privileg im Kampf um die Weltmeisterschaft.

Die Sauberfrage

Seit 20 Jahren ist Sauber in der Formel 1. So groß wie in dieser Saison war die Not noch nie. Der Schweizer Rennstall ist finanziell schwer angeschlagen. Eine Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen, die wiederum vor allem die Russland-Premiere der Königsklasse im kommenden Jahr im Auge haben, soll das Überleben sichern. Wann was wirklich unterschrieben wurde, beschäftigt seit Wochen die Medien. Wie es mit dem Team weitergeht und wie sich ein Teenager namens Sergej Sirotkin auf seine Formel-1-Premiere als jüngster Pilot im kommenden Jahr mit gerade mal 18 Jahren vorbereitet, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Und auch, wie es mit dem deutschen Sauber-Piloten Nico Hülkenberg weitergeht. (dpa/mit sid)

TV-Tipp: RTL überträgt das Rennen am Sonntag ab 14 Uhr live.