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Bautzen

Ein Piratenschiff für die Lugaer Kinder

Dank der Bemühungen einer Elterninitiative gibt es jetzt im Ort einen Spielplatz. Der soll nicht nur ein Treffpunkt für die Kleinen sein.

Die Lugaer Kinder nahmen ihren Spielplatz in Form eines Piratenschiffes begeistert in Besitz. © Carmen Schumann

Luga. Fertig machen zum Entern, das war die Devise, als die Lugaer Kinder an ihrem Ehrentag, dem 1. Juni, ihren neuen Spielplatz erstmals in Besitz nahmen. Denn das Herzstück der Anlage stellt ein hölzernes Piratenschiff dar. Dass die Kinder in dem Ort bei Neschwitz nun einen Platz haben, wo sie gemeinsam toben können, ist einer Elterninitiative zu verdanken.

Der Holzgestalter Alexander Fromme aus Niesky hatte die Eltern auf eine Fördermöglichkeit für den ländlichen Raum aufmerksam gemacht. Daraufhin hatten sich die Mütter Kathrin Jacob und Sandra Schlenkrich den Hut für das Vorhaben aufgesetzt. Sandra Schlenkrich, die auch im 20 Mitglieder zählenden Verein „Club Wittinghof“ mitarbeitet, bezog ihren Verein in die Projektvorbereitung mit ein. Denn erstens kann nur ein eingetragener Verein auch die Fördermittel beantragen und zweitens sollte der Spielplatz auf dem Vereinsgelände aufgebaut werden. Die Kinder malten bereits 2017 voller Vorfreude auf, wie sie sich ihren Spielplatz wünschen. Da sich nebenan ein Teich befindet, lag der Gedanke nahe, die Kletterburg in Form eines Schiffes zu errichten.

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Doch bevor die Kinder ihr Schiff zum ersten Mal entern konnten, gab es für die Erwachsenen einiges zu tun. Das Projekt in Höhe von rund 22 500 Euro wurde zu 75 Prozent gefördert. Für den Rest hieß es „Klinken putzen“. Gewerbetreibende aus dem Ort und aus der Umgebung hätten sich nicht lange bitten lassen, berichten Kathrin Jacob und Sandra Schlenkrich erfreut. Sponsoren hätten ja auch schon über viele Jahre hinweg das alljährliche Kinderfest unterstützt. Nachdem die bürokratischen Hürden überwunden waren, griffen etliche Eltern mit zu, um den Platz für den Aufbau der Spielgeräte vorzubereiten. Es musste ein Zaun aufgebaut werden und die Löcher für die Fundamente der Spielgeräte ausgehoben werden.

Aus eigener Kraft

Den eigentlichen Aufbau des Spielplatzes übernahm der Holzgestalter Alexander Fromme mit seinen Mitarbeitern vom 27. bis zum 29. Mai. Der Holzkünstler kümmerte sich auch darum, dass der Tüv die Spielgeräte abnahm. Am 31. Mai starteten die Eltern nochmals einen Arbeitseinsatz. Sie mähten den Rasen und breiteten den Kies unter den Geräten aus.

„Wir sind sehr stolz, dass wir vieles aus eigener Kraft geschafft haben“, sagt Sandra Schlenkrich. Aber auch die Gemeinde Neschwitz hatte das Vorhaben unterstützt. Zum Kindertag gab es schon ein kleines Einweihungsfest mit Hüpfburg und von den Eltern gebackenem Kuchen. Das traditionelle Kinderfest des Clubs Wittinghof findet am 23. Juni statt. Dann wird wieder eine Hüpfburg auf dem Areal stehen. Zusätzlich gibt es Seifenblasen-Animation, einen Quad-Parcours, eine Riesenrutsche, ein Dschungel-Abenteuer, eine Kleinkinderspielwiese und weitere Attraktionen.

Kathrin Jacob und Sandra Schlenkrich wünschen sich nun nur noch, dass für die Eltern der spielenden Kinder ein paar Bänke aufgestellt werden. Das ist das nächste Vorhaben, an dem sie arbeiten. Denn der neue Spielplatz soll ja nicht nur ein Treffpunkt für die Kinder sein, die nun nicht mehr alleine auf ihren Grundstücken spielen müssen. Die beiden Mütter sind sich einig, dass der Spielplatz als Ort der Begegnung eine Bereicherung für das gesamte Dorfleben sein kann.

Das Kinderfest am Club Wittinghof findet am 23. Juni, von 14 bis 18 Uhr, statt.