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Döbeln

Ein Plan für Roßweins Einzelhandel

Dass sich Städte gegenseitig blockieren, soll in der Muldestadt nicht passieren. Dafür braucht es ein Konzept.

Das Einkaufszentrum an der Haßlauer Straße entspricht nicht mehr den Anforderungen an modernen Einzelhandel. Die Kommune lässt jetzt für die gesamte Stadt ein Konzept erarbeiten.
Das Einkaufszentrum an der Haßlauer Straße entspricht nicht mehr den Anforderungen an modernen Einzelhandel. Die Kommune lässt jetzt für die gesamte Stadt ein Konzept erarbeiten. © Dietmar Thomas

Roßwein. Hartha und Leisnig hatten unlängst um die Ansiedlung eine Drogeriemarktes gerungen. Weil es zu keiner Einigung kam, hat Leisnig jetzt ein Einzelhandelskonzept erarbeiten lassen. Und auch in Hartha wird an solch einem Plan gearbeitet.

Damit es in Roßwein gar nicht erst zu einer solchen Situation kommt, hat der Stadtrat sich jetzt dazu entschlossen, ebenfalls ein Einzelhandelskonzept aufstellen zu lassen. Damit könnte die Kommune auch ungewollte Ansiedlungen verhindern, was ohne ein Konzept so gut wie unmöglich ist.

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Fast 30 Jahre ist es her, dass die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ein sogenanntes Einzelhandelsstrukturgutachten und ein Stadtmarketingkonzept mit Betrachtung des Einzelhandels erarbeitet hat. „Nach so langer Zeit ist es notwendig, diese Konzepte zu überarbeiten. Die Situation im Handel hat sich geändert“, sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) während der Sitzung des Stadtrates. 

Zudem müsse man die Entwicklung des Einzelhandels auch im Zusammenhang mit dem Stadtumbauprogramm sehen. Unter anderem gehe es dabei um die Entwicklung von Handel und Gewerbe und Festlegungen, welche Märkte sich wo ansiedeln könnten. Immer mal wieder würden Investoren bei der Verwaltung vorsprechen. Diesen könne man konkreter antworten, wenn man ein Einzelhandelskonzept in der Hand hat, sagte Lindner. „Allein das Einkaufszentrum an der Haßlauer Straße macht schon fast einen tertiären Eindruck“, sagte Lindner. Er könnte sich vorstellen, dass dort bald etwas verändert werden muss.

Drei Unternehmen hat die Stadtverwaltung aufgefordert, ein Angebot für ein Einzelhandelskonzept abzugeben. Nur eins hat dies angenommen. Dabei handelt es sich wie schon in den 90er Jahren um die GMA Dresden. Für knapp 10.000 Euro soll das Büro den Plan in zwei Stufen ausarbeiten und je ein Standortkonzept für die Innenstadt und für die Stadt Roßwein insgesamt aufstellen. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Stadtumbauprogramms in Höhe von 66 Prozent. Das Geld ist laut Kämmerin Bianka Graf im Etat für das Jahr 2020 eingeplant.