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Ein Platz für Bautzens Partnerstädte

Mit fünf Kommunen pflegt die Stadt den Austausch. Tafeln am Spreeufer weisen jetzt darauf hin – und verraten spannende Details.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

Bautzen. Großes Publikum für kleine Schilder: Am Wochenende weihte die Stadt gemeinsam mit 100 Zuschauern unterhalb der Alten Wasserkunst den Platz der Partnerstädte ein. Ab sofort hängen dort an einer Granitwand fünf Tafeln, die Wissenswertes über die Partnerstädte vermitteln.

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Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hatte der Bautzener Städtepartnerschaftsverein die Idee für einen solchen Platz. Das Amt für Pressearbeit und Stadtmarketing wurde mit der Umsetzung betraut – und entschied sich schnell für das Areal der einstigen Tuchfabrik. Die verschiedenen Tafeln stehen jeweils für eine Partnerstadt. Bautzen unterhält Beziehungen zu fünf Kommunen: Worms seit 1990, Heidelberg seit 1991, das französische Dreux seit 1992, das tschechische Jablonec nad Nisou seit 1993 und das polnische Jelenia Góra seit 1993.

Infos über die Partnerstädte

Damit die Besucher sich vorstellen können, wie es in den Orten aussieht, gibt es auf der Tafel zu jeder Partnerstadt ein Foto. Außerdem hat die Verwaltung spannende Informationen zu den Kommunen zusammengetragen. So erfahren die Besucher zum Beispiel, dass zwischen Bautzen und Heidelberg etwa 600 Kilometer liegen. Doch nicht nur über den Inhalt haben sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Gedanken gemacht. Auch die Reihenfolge der Schilder wurde bewusst gewählt. Sie folgt von links nach rechts den Terminen für die Unterzeichnung der Partnerschaftsverträge. Damit die Tafeln auch lange lesbar sind, hat die Verwaltung sogar an Schmierfinken gedacht. Alle Schilder sind aus Aluminium gefertigt und mit einer graffitigeschützten Folie überzogen.

Eigentlich ist der Platz neben der Scharfenwegbrücke ein Zeuge der Wirtschaftsgeschichte. Im 16. Jahrhundert entstand hier die sogenannte „Große Mühle“, die ab 1853 vom Kamenzer Karl Gottlob Ephraim Mörbitz zu einer Tuchfabrik ausgebaut wurde. Zu DDR-Zeiten befand sich an dieser Stelle ein Rechenzentrum. In den 90er-Jahren versuchte ein Verein, das Gebäude für kulturelle Aktivitäten zu nutzen. Das Hochwasser vom August 2010 machte jedoch alle Hoffnungen auf eine weitere Nutzung des Gebäudes zunichte. Es blieb nur noch der Abriss. Die Bagger kamen im Jahr 2014 und schufen Platz für Neues. Eine halbe Million Euro investierte die Stadt, um das nun freie Gelände völlig neu zu gestalten. Entstanden sind 28 Parkflächen und eine Picknickstelle am Ufer, an der Radfahrer und Spaziergänger rasten können.