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Ein Preis fürs Storchenprojekt

Die Oderwitzer Kita „Knirpsenland“ ist Landessieger beim Wettbewerb „Forschergeist“ – und im Rennen um den Bundessieg.

© Matthias Weber

Von Mario Sefrin

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33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Oderwitz. Das wollten sich weder die Kinder noch die Erzieherinnen und Mitarbeiter der Oderwitzer Kindertagesstätte „Knirpsenland“ entgehen lassen. Staatssekretärin Regina Kraushaar vom sächsischen Sozialministerium hat am Donnerstag die integrative Kindertagesstätte der Diakonie Löbau-Zittau für ihr Projekt „Ein Storchenwinter in Oderwitz“ im bundesweiten Kita-Wettbewerb „Forschergeist 2018“‘ als sächsischen Landessieger ausgezeichnet. Dabei bekam die Einrichtung das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ überreicht. Die „Knirpsenland“-Kinder präsentierten zur Auszeichnung ihr Projekt gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern.

„Was wird aus dem Storch, wenn es schneit und findet er genügend Nahrung?“ So lautete das Projekt, mit dem sich die Kinder der Oderwitzer Kindertagesstätte am Wettbewerb beteiligten. „Die Mädchen und Jungen übernahmen die Patenschaft für einen Storch, der im Ort überwinterte“, erklärte Michael Fritz, Vorstand der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Dass es sich bei dem beobachteten Storch um einen in Sachsen-Anhalt bekannten Storch namens „Luther“ handelt, haben die Kinder dabei erst später erfahren. Der Vogel, der nach einer schweren Verletzung wieder gesund gepflegt worden war, hatte sich Oderwitz als Winterquartier ausgesucht. Die teilweise strengen Fröste haben ihm dabei nichts ausgemacht, weil er noch Futter fand. Neben den Kindern und Erziehern der Kita haben auch viele Oderwitzer am Schicksal des Storches Anteil genommen.

Die Beobachtung des Storches habe über Wochen den Alltag der Kinder bestimmt, so Michael Fritz. „Es ist ein Projekt zum Tier- und Umweltschutz, bei dem die Kinder auf kreative Weise auch die ganze Gemeinde eingebunden haben. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der Biologie von Zugvögeln erkannten die Kinder den hohen Stellenwert von Artenvielfalt und Naturschutz“, so Michael Fritz.

Vom Forschergeist der jungen Oderwitzer, es genau wissen und auch verstehen zu wollen, war nicht nur die Jury des bundesweiten Wettbewerbs begeistert. „Auch mich hat das sehr beeindruckt“, sagte Regina Kraushaar zur Preisübergabe. „Das zeigt mir den Wissensdurst unserer Kinder, von dem wir Erwachsenen noch lernen können.“ Die Staatssekretärin dankte den Erzieherinnen und Erziehern für ihren Einsatz: „Sie haben zusammen mit den Kindern ein spannendes Forschungsprojekt entwickelt“, sagte Regina Kraushaar. Sie sei mit großer Freude nach Oderwitz gekommen, um den Nachwuchsforschern im „Knirpsenland“ die Auszeichnung als sächsischer Landessieger zu überbringen, erklärte die Staatssekretärin. Die Grundlagen dafür sieht sie auch im sächsischen Bildungsplan gelegt: „Dieser sorgt seit vielen Jahren dafür, dass die naturwissenschaftliche und mathematische Bildung bereits in der frühkindlichen Förderung ihre feste Verankerung hat“, so Regina Kraushaar.

Die Kindertagesstätte „Knirpsenland“ hat mit der Auszeichnung ein Preisgeld in Höhe von 2 000 Euro bekommen. Das soll zur Förderung weiterer Projekte zum Einsatz kommen. Als sächsischer Landessieger hat die Oderwitzer Kindertagesstätte nun zudem die Chance, einer von fünf Bundessiegern zu werden. Diese werden am 6. Juni in Berlin bekannt gegeben und geehrt, teilen die Organisatoren mit.

Die Oderwitzer Kindertagesstätte „Knirpsenland“ hat mit preiswürdigen Projekten mittlerweile reichlich Erfahrungen gesammelt. Bereits im Jahr 2013 bekam die Kindertagesstätte das Prädikat „Haus der Kleinen Forscher“ verliehen, nachdem zuvor drei Jahre an der Einrichtung naturwissenschaftlich experimentiert, geforscht und sich vor allem weitergebildet wurde. Im Jahr 2016 haben die Oderwitzer „Knirpsenland“-Kinder dann mit einen Froschprojekt und der daraus entstandenen Broschüre „Vom Laich zum Frosch“ auf sich aufmerksam gemacht. Ihr Heft haben sie auch bei einem Fest im „Haus der kleinen Forscher“ in Berlin vorgestellt.