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Ein Projekt fürs Leben

Dorit Rosenthal ist die Leiterin der neuen evangelischen Oberschule. Mit vielen Visionen und Tatendrang geht sie an diese Aufgabe.

© Norbert Millauer

Von Nina Schirmer

Radebeul. Ob sie das wirklich alles so schafft? Ganz am Anfang hat sich Dorit Rosenthal diese Frage schon gestellt. Eine Oberschule zu gründen – das ist eine große Herausforderung. Aber Zweifel waren schnell verflogen. Viel zu viel Lust hat die 38-Jährige auf diese Aufgabe. Seit Februar ist Dorit Rosenthal offiziell die neue Schulleiterin der evangelischen Oberschule von Radebeul, an der ab August die ersten Kinder lernen. Wenn sie erzählt, was sie mit ihrem Team alles plant, merkt man schnell: Die Pädagogin brennt für diese Aufgabe. Sie hat Mut für Neues, will Dinge anders machen.

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Ihre Schule soll sich von staatlichen Einrichtungen unterscheiden. Besonderen Wert wird auf freies Lernen gelegt. So, wie es auch schon in der evangelischen Grundschule gehandhabt wird. Viele Eltern waren von dem Konzept überzeugt und wünschten sich, dass ihre Kinder nach der Grundschulzeit so weiter lernen können. In Eigeninitiative haben sie die Gründung einer Oberschule durchgesetzt.

An der wird es jeden Tag eine Doppelstunde geben, in der die Schüler frei arbeiten. Zwar klar orientiert am Lehrplan, aber trotzdem individuell, sagt Dorit Rosenthal. Ihr ist wichtig, dass die Kinder miteinander lernen, im Team arbeiten und dadurch Sozialkompetenz entwickeln. „Das ist der eigentliche Grund, warum die Oberschule gegründet wurde.“

In den Freiarbeitsstunden kommen die Schüler deshalb jahrgangsübergreifend zusammen. Jüngere sollen von den Älteren lernen. Schwächere von stärkeren Schülern profitieren. Und auch andersherum. Wer es schon kann, wird zum Erklärer. Auch Kinder, die sonst eine Förderschule besuchen müssten, sollen so integriert werden. Außerdem können die Schüler lernen, sich selbst gut zu organisieren. „Ich selbst habe das in der Schule nicht gelernt“, sagt die Schulleiterin. Aber gerade für das künftige Berufsleben sei das enorm wichtig.

In ihrer eigenen Laufbahn hat die gebürtige Chemnitzerin schon ein paar Stationen hinter sich. Nach der Ausbildung zur Ergotherapeutin in Dresden studierte sie Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie in Kassel. Seit 2012 lebt die Mutter von drei Kindern mit ihrer Familie in Radebeul. Zuletzt unterrichtete sie an einer Fachoberschule in Dresden.

Die neue evangelische Oberschule will in Zukunft auch eng mit Betrieben aus der Region zusammenarbeiten. „Die Schüler sollen einen echten Bezug zur Berufswelt bekommen“, sagt die Pädagogin. Die Schule will den Jugendlichen ermöglichen, dass sie Unternehmen über einen längeren Zeitraum kennenlernen und nicht nur im Rahmen eines Schülerpraktikums.

Trotz der Schulgebühren von 130 Euro im Monat gab es für die fünfte Klasse deutlich mehr Anmeldungen als freie Plätze. Die Schule möchte trotzdem einzügig bleiben. Zusammen mit ihrem Team hat Dorit Rosenthal noch viele Visionen. Die erste liegt gar nicht mehr so weit in der Zukunft. Denn schon im Laufe des nächsten Jahres soll Baustart für den Anbau sein. Der wird von der Wilhelm-Eichler-Straße aus gesehen links neben der Grundschule entstehen und künftig auf drei Etagen auch Platz bieten für Fachkabinette. Bis zum Schuljahresbeginn 2020 soll das Gebäude fertig sein. Geht es nach der Schulleiterin, wird auch der Anbau anders als klassische Schulen. Sie könnte sich ein Holzhaus gut vorstellen. Endgültig entschieden ist das aber noch nicht.

Bis der Anbau steht, lernen die Schüler in Räumen der ehemaligen Arbeitsagentur nebenan. Dort werden gerade neue Klassenzimmer und eine Essensausgabe hergerichtet. Später einmal könnte auch noch ein berufliches Gymnasium entstehen, an dem die Schüler nach der 13. Klasse das Abitur ablegen. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. „Alles Schritt für Schritt“, sagt Dorit Rosenthal. Der Aufbau der Schule sei ein Projekt fürs Leben.

Als Allererstes muss jetzt überhaupt die Genehmigung für die Schulgründung her. Die ist offiziell nämlich noch nicht erteilt. Die neue Leiterin ist aber guter Dinge, dass alles glatt läuft. Ihre Lehrermannschaft hat sie schon zusammen.