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Den Radweg auch ohne Karte finden

Die Riesa Information bietet im Sommer drei geführte Touren mit einem wahren Radspezialisten an. Die SZ hat ihn vorab gesprochen.

© Claudia Hübschmann

Riesa. Der ehemalige Sportlehrer Hans-Jochen Gramann ist fast 80 und legt im Jahr rund 10 000 Kilometer auf dem Fahrrad zurück. Seit 2004 ist der Pensionär aus Weinböhla ehrenamtlicher Kreisradwegewart im Landkreis Meißen. Er kümmert sich vor allem um die Ausweisung und Beschilderung von Radrouten. Er bringt sogar selbst die Wegweiser an.

Herr Gramann, wie kommt es, dass Sie geführte Radtouren um Riesa anbieten?

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Anfang des Jahres kam ein Anruf von der Riesa Information mit der Bitte um Mitarbeit an Radtouren. Seit vielen Jahren schon begleite ich Radtouren, unter anderem das traditionelle Anradeln im Lößnitzgrund oder im Elbe-Röder-Dreieck.

Rund 50 Kilometer je Tour

26.5. Koselitz-Tour: Es geht Richtung Gohrischheide, Mittagspause in Heidehäuser, Führung durch die Koselitzer Teiche, Rückfahrt entlang des Floßkanals nach Riesa.

30.6. RIO-Tour: Über den RIO-Radweg geht es nach Oschatz, dort Stadtführung, nach der Mittagspause Rückfahrt über Jahnatalradweg, unterwegs Führung durch Schloss Hof.

25.8.: Lommatzsch-Tour: Zunächst geht es nach Pahrenz, dort Führung durch die Windmühle, Weiterfahrt nach Lommatzsch, nach der Mittagspause Rückfahrt über Elbe-Mulde- und Elberadweg, unterwegs Führung durch Schloss Hirschstein.

Alle Touren sind etwa 50 Kilometer lang. Es wird jeweils ein Beitrag von 10 Euro erhoben. Zusätzliche Kosten für Verpflegung trägt jeder Teilnehmer selbst. Start ist immer um 9 Uhr an der Riesa-Information, Ende zwischen 16 Uhr und 17.30 Uhr.

Auf Wunsch vermittelt die Riesa-Information den Ausleih eines E-Bikes. Die Leihgebühr beträgt 25 Euro pro Tag.

Anmeldung unter Telefon 03525 529420 oder [email protected] erforderlich. (SZ)

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Wie bereiten Sie sich auf die Touren vor?

Alle drei Touren habe ich selbst zusammengestellt und fahre sie vorher persönlich ab. Außerdem informiere ich mich über kulturell und historisch interessante Dinge am Wegesrand, schließlich bin ich nicht nur für die Wegführung, sondern für die inhaltliche Begleitung zuständig. Ich hoffe, dass die Leute animiert sind, anschließend eigene Radrouten zu entdecken und abzufahren.

Als Kreisradwegewart haben Sie bislang 55 Radrouten im Landkreis ausgewiesen. Welche Touren empfehlen Sie um Riesa, wenn man nicht immer nur an der Elbe entlang radeln möchte?

Da gibt es viel, zum Beispiel den Radweg um die Gohrischheide herum oder die Flosskanalroute von Grödel über Glaubitz und Koselitz nach Gröditz. Einen Teil davon werden wir bei unserer ersten Tour befahren. Mein persönlicher Geheimtipp ist jedoch die Jahnatalradroute, die besonders im Frühjahr für Naturfreunde ein tolles Erlebnis bietet. Auch mit dem neuen, teilweise flussfernen Verlauf ist sie noch immer wunderschön.

Wie sind Sie mit dem Zustand der Radwege im Landkreis zufrieden?

Im Großen und Ganzen können die Radwege mit gut bis sehr gut bewertet werden. In den vergangenen 20 Jahren ist da enorm viel gemacht worden. Natürlich gibt es auch Sorgenkinder. So führt die RIO-Radroute zwischen Riesa und Oschatz über viel befahrene Straßen und die Beschilderung ist veraltet. Da suche ich für meine Tour am 30.6. einen neuen Verlauf. Auch der Kirchenradweg über Wildenhain, Zabeltitz, Röderaue und viele andere Gemeinden links- und rechtselbisch ist vor allem auf nordsächsischem Gebiet nicht vollständig ausgewiesen, aber das ist schon wieder ein anderer Landkreis. Generell ist es mein Grundprinzip: Der Verlauf eines ausgeschilderten Radweges muss auch ohne die Hilfe von Karte oder Internet problemlos zu finden sein.

Sie sitzen selbst fast täglich auf dem Rad und legen gut und gern 120 bis 150 Kilometer am Tag zurück. Ziehen Sie die Nutzung eines E-Bikes in Erwägung?

Momentan nutze ich noch kein Pedelec, aber grundsätzlich finde ich das eine wunderbare Sache, weil es ermöglicht, noch im Alter steile Anstiege und größere Distanzen per Rad zu bewältigen.

Was empfehlen Sie Menschen, die sich ein E-Bike oder Pedelec anschaffen möchten? Die Unfallquote mit diesen Rädern ist relativ hoch.

Man sollte unbedingt üben bevor man auf Tour geht. Manche E-Biker sind von der Geschwindigkeit dieser Räder, die leicht 20 bis 25 Kilometer pro Stunde erreichen, schlicht überfordert. Wenn ich sehe, was bei schönem Wetter am Wochenende auf dem Elberadweg los ist, muss man schon sehr aufmerksam sein, um keinen Unfall zu bauen.

Welche Ziele haben Sie noch in Ihrem Ehrenamt?

Nachdem wir uns jahrelang vor allem um den touristischen Radverkehr gekümmert haben, wollen wir nun den Alltagsverkehr verbessern, um so mehr Leute zum Umstieg auf’s Rad zu bewegen. Das Landratsamt will das verstärkt in den Blick nehmen.

Das Gespräch führte Dörthe Gromes.